"Eine Sache von langem Atem" - 6 Wochen Lockdown in Belgien  

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD - Foto) sagte am Donnerstag vor den Abgeordneten im belgischen Bundesparlament, dass der Kampf gegen das Coronavirus eine Sache von langem Atem sein werde. Die Regierungen in Bund, Ländern und Regionen stehen unter hohem Druck, denn aus dem gesamten Gesundheitswesen kommt der unmissverständliche Ruf nach einem neuen Lockdown, denn die Krankenhauszahlen - schon über 1.000 Intensivpatienten - muten dramatisch an. Von daher wurde am Freitag ein neuer Lockdown beschlossen, der 6 Wochen dauern soll und der in der Nacht zum Montag ab Mitternacht in Kraft treten wird.

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD - Foto) sagte am Donnerstag vor den Abgeordneten im belgischen Bundesparlament, dass der Kampf gegen das Coronavirus eine Sache von langem Atem sein werde. Die Regierungen in Bund, Ländern und Regionen stehen unter hohem Druck, denn aus dem gesamten Gesundheitswesen kommt der unmissverständliche Ruf nach einem neuen Lockdown, denn die Krankenhauszahlen - schon über 1.000 Intensivpatienten - muten dramatisch an. Von daher wurde am Freitag ein neuer Lockdown beschlossen, der 6 Wochen dauern soll und der in der Nacht zum Montag ab Mitternacht in Kraft treten wird.

Wie sieht dieser Lockdown aus?

Kontakte: Bisher waren 4 Kontakte zusätzlich zu den Bewohnern des eigenen Haushalts erlaubt und ein weiterer enger Kontakt. Die 4er Regel wird gestrichen und zwar mit dem Ziel, dass sich die Menschen im Land nicht im privaten Rahmen mit Covid-19 anstecken, denn die meisten Menschen in Belgien infizieren sich eben dort. 4 Besuche sind aber draußen möglich, so Premier De Croo am Freitagabend bei der Pressekonferenz zum neuen Lockdown.a

Geschäfte: Alle "nicht essentiellen" Geschäfte sind ab Montag, den 3. Oktober geschlossen, allerdings sind telefonische Bestellungen, Lieferungen nach Hause oder Abholungen am Geschäft möglich. Dieser Bereich wird am 1. Dezember neu bewertet. Lebensmittelgeschäfte und alle Supermärkte bleiben geöffnet, doch Premier De Croo sagte, dass Hamstern unnötig und deshalb gegenüber anderen Menschen "asozial" sei. Welche Geschäfte genau als "nicht essentiell" gelten, muss noch präzisiert werden. KFZ-Werkstätten und Fahrradläden bleiben geöffnet.

Kontaktberufe: Nicht-medizinische Kontaktberufe und Dienstleister, wie Frisöre, Masseure oder Fußpflege müssen ihre Aktivitäten einstellen.

Beschäftigung und Unternehmen: Die Regierungen wollen die Unternehmen so wenig wie möglich weiter belasten. Die Einschränkungen, die es hier während des ersten Lockdowns im Frühjahr gab, wird es nicht geben. Allerdings müssen die Unternehmen alle Abstands- und Hygieneregeln für ihre Belegschaften einhalten: Plexiglas-Trennwände, Desinfektionsmittel bereitstellen uvm. Homeoffice in Belgien wird dort, wo es möglich ist, verpflichtet.

Unterricht: Die schon jetzt verlängerten Herbstferien werden noch weiter verlängert und auf den 12. und 13. November ausgeweitet. Das bedeutet, dass sie zwei Wochen lang dauern werden. Die Kinderkrippen bleiben geöffnet.

Freizeit: Freizeit- und Ferienparks, Zoos und Tierparks werden geschlossen. Hotels dürfen offen bleiben, doch Bars und Restaurants in den Hotels müssen dicht machen. Den Hotelgästen kann das Essen allerdings auf das Zimmer gebracht werden.

Beerdigungen sind ab Montag auf höchstens 15 Personen beschränkt und anschließende Empfänge oder Kaffeetafeln sind verboten.

Gottesdienste jeglicher Religionen dürfen nicht mehr stattfinden. Die Kirchen und alle anderen Gotteshäuser der verschiedenen Glaubensrichtungen dürfen aber zum Gebet geöffnet bleiben.

Die Grenzen bleiben offen, doch von "nicht essentiellen" Reisen ins Ausland wird "strengstens" abgeraten.

"Sinkende Zahlen können wir nur erreichen, wenn wir alle Regeln einhalten. Mehr noch. Wir müssen auch durchhalten. Heute, morgen, nächste Woche und in den kommenden Wochen. Wenn wir aus der Gefahrenzone kommen wollen, dann wird das eine Sache von langem Atem sein", so Premierminister De Croo am Donnerstag. Dies unterstrich der Regierungschef am Freitagabend noch einmal.

Hauptsächliches Ziel ist, die Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, damit das belgische Krankenhaus- und Gesundheitssystem und auch der Pflegesektor nicht zusammenbrechen. Für alle betroffenen Geschäftsleute, Unternehmer und Sedlbständige werden Unterstützungen und Ausgleichszahlungen vorgesehen. Einige dieser Maßnahmen laufen ohnehin noch. 

So wird es in Brüssel ab Montag wohl wieder aussehen. Dieses Foto ist vom 11. Mai.
Andreas Kockartz

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