Hochdruck in Belgiens Krankenhäusern: Über 1.000 Corona-Patienten auf Intensivstationen

Die Zahl der Corona-Patienten in Belgien, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen, steigt weiter an und liegt jetzt 6.187 Fällen. 1.057 davon liegen auf Intensivstationen. Nur ein Wert in Belgien bleibt in Sachen Covid-19 stabil und das ist der R-Wert. Der liegt seit geraumer Zeit bei 1,43. Das bedeutet, dass eine mit Corona infizierte Person hierzulande 1,43 weitere Personen anstecken kann. Die belgischen Kassen übernehmen, wie am Freitag bekannt wurde, alle Kosten, die mit der Behandlung von hiesigen Patienten in ausländischen Krankenhäusern anfallen. 

Im Zeitraum 22. bis 29. Oktober wurden pro Tag durchschnittlich 618 Corona-Patienten in Krankenhäusern aufgenommen. Das ist ein Anstieg um 77 % gegenüber dem vorangegangenen Messzeitraum (15. bis 21. Oktober). Am Donnerstag, 29. Oktober, wurden 673 mit Covid-19 infizierte Personen hospitalisiert. 474 Patienten konnten gestern das Spital aber wieder verlassen.

6.187 Patienten werden derzeit in den Kliniken des Landes behandelt. 1.057 davon liegen auf Intensivstationen. Damit ist mehr als die Hälfte aller IC-Betten, über die Belgien gerade verfügt, mit Covid-19-Patienten belegt.

Auch die Zahl der Corona-bedingten Sterbefälle steigt in Belgien weiter an. Zwischen dem 20. und dem 26. Oktober sind jeden Tag etwa 79 Personen an diesem Virus gestorben. Am vergangenen Montag, 26. August, starben alleine 119 Corona-Patienten. Das lässt die Gesamtzahl der Sterbefälle in diesem Zusammenhang in unserem Land auf 11.308 steigen.

*In der Zeitspanne zwischen dem 19. und dem 25. Oktober stieg die täglich durchschnittliche Zahl der neuen Ansteckungen auf rund 15.316 Fälle.

*Zwischen dem 10. und dem 26. Oktober wurden täglich rund 65.700 Coronatests durchgeführt, von denen durchschnittlich 25,1 % positiv waren, sprich 25 von 100 getesteten Personen erhielten die Nachricht, dass sie infiziert seien.

*Seit dem 21. Oktober ist in Belgien die Teststrategie angepasst. Seit dem werden nur noch Personen getestet, die einen Hochrisikokontakt hatten oder die aus einem Hochrisikogebiet zurückkehren (eine sogenannte „Rote Zone“). Hat eine Person keine Symptome (z.B. nach einem Hinweis durch die Kontaktverfolgung), muss sie sich für 10 Tage in Quarantäne begeben.

Behandlung von belgischen Corona-Patienten im Ausland

Durch überlastete Krankenhäuser und Intensivstationen in Belgien werden Corona-Patienten unter Umständen in Krankenhäuser in den Nachbarländern verlegt, u.a. in Deutschland.

In einem Rundschreiben teilt das belgische Landesinstitut für Kranken- und Invalidenversicherung mit, dass sie für die Transport- und Behandlungskosten von Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern im europäischen Ausland aufkommen wird.

Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Rande einer Sitzung der EU-Gesundheitsminister, dass sein Land so lange Corona-Patienten aus dem Ausland aufnehmen würde, wie dies möglich sei. 

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