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Corona in Belgien: Starker Anstieg bei den Sterbefällen

Die Zahl der Corona-Patienten, die in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen, ist im Zeitraum 26. Oktober bis 1. November täglich auf durchschnittlich 656 Fälle gestiegen. Das ist ein Anstieg um 40 % gegenüber dem Messzeitraum davor (19. bis 25. Oktober). Am Sonntag, 1. November, wurden 554 Corona-Patienten hospitalisiert, 468 Patienten konnten das Krankenhaus aber wieder verlassen. Derzeit steigen in einigen Provinzen die Zahlen nicht mehr ganz so stark, doch der Virologe Steven Van Gucht warnt vor zu voreiligen Schlüssen: "Der Druck auf die Krankenhäuser wird noch zunehmen." 

Aktuell werden in den belgischen Krankenhäusern 6.823 Corona-Patienten behandelt. 1.223 von ihnen liegen auf Intensivstationen. Davon müssen 671 Patienten künstlich beatmet werden. Damit ist weiter über die Hälfte aller in Belgien zur Verfügung stehenden IC-Betten für Covid-19-Patienten belegt.

In der Woche von 23. bis zum 29. Oktober sind täglich etwa 113 Menschen in Belgien an den Folgen ihrer Corona-Infizierung gestorben. Das sind 70 Sterbefälle am Tag mehr als eine Woche davor. Die Gesamtzahl der Corona-bedingten Sterbefälle in unserm Land liegt derzeit bei 11.737 Fällen.

*Zwischen dem 23. und dem 29. Oktober haben sich täglich durchschnittlich 15.582 Personen mit dem Virus angesteckt. Im gleichen Zeitraum wurden am Tag durchschnittlich 63.100 Coronatests durchgeführt, von denen 29,1 % positiv waren. Seit Ausbruch der Epidemie in Belgien haben sich bereits 441.018 Personen mit Covid-19 angesteckt.  

*Seit dem 21. Oktober ist in Belgien die Teststrategie angepasst. Seit dem werden nur noch Personen getestet, die einen Hochrisikokontakt hatten oder die aus einem Hochrisikogebiet zurückkehren (eine sogenannte „Rote Zone“). Hat eine Person keine Symptome (z.B. nach einem Hinweis durch die Kontaktverfolgung), muss sie sich für 10 Tage in Quarantäne begeben.

Langerwartete Lichtpunkte dürfen  nicht darüber hinwegsehen lassen, dass die Lage noch immer beunruhigend ist“

Virologe Steven Van Gucht

Der Virologe und Leiter der staatlichen Gesundheitsbehörde Sciensano, Steven Van Gucht, sagte beim Pressebriefing seines Instituts am Montagvormittag, dass die Zahlen der Krankenhaus-Einweisungen und der neuen Ansteckungen mit dem Corona-Virus noch immer dramatisch steigen würden, wenn auch etwas langsamer. Doch diese „langerwarteten Lichtpunkte dürfen nicht darüber hinwegsehen lassen, dass die Lage noch immer beunruhigend ist“

Van Gucht ist weiter davon überzeugt, dass der Druck auf die Krankenhäuser im Land noch weiter steigen werde: „Die verschärften Maßnahmen sind absolut notwendig, um wieder die Kontrolle über das Virus zu bekommen.“ Derzeit würden die Zahlen in der Brüsseler Hauptstadt-Region und in den Provinzen Flämisch- und Wallonisch-Brabant wöchentlich etwas zurückgehen, doch in Westflandern und in den wallonischen Provinzen Lüttich und Hennegau steigen sie weiter stark an.

Inzwischen steigt auch die Zahl der Corona-Patienten, die aus überfüllten Krankenhäusern verlegt werden müssen. Bisher mussten etwa 700 dieser Patienten in Krankenhäuser verlegt werden, die oft weit von Heimatort entfernt sind. Aus ostbelgischen Krankenhäusern wurden vereinzelt Corona-Patienten nach Aachen in NRW und nach Prüm und Trier in Rheinland-Pfalz verlegt. 

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