Corona: Nationale Superlabore in Gent, Löwen und Mons werden auch Tests für Personen ohne Symptome wieder ermöglichen

Die Universitätskliniken von Gent (Fotos), Löwen und Mons (Hennegau) eröffnen an diesem Montag (2. November) ein Superlabor, in dem täglich bis zu 7.000 Coronatests analysiert werden können. Dies sind die ersten von insgesamt 8 klinischen Laboratorien, die gemeinsam die nationale belgische Testplattform bilden werden. Damit sollen auch Tests für Personen möglich werden, die keine Covid-19-Symptome aufweisen.

nDiese nationale Testplattform, die die 8 belgischen Unikliniken bilden werden, wird schon seit dem vergangenen Sommer angekündigt. Jetzt wurden die erste an der Genter Uniklinik (UZ Gent) und an den entsprechenden Unikliniken von Löwen und Mons eröffnet. Die anderen Universitäten werden ihre entsprechenden Laboratorien ebenfalls in diesen Tagen eröffnen. Damit sind täglich weitere rund 50.000 Coronatests möglich. In diesen Labors werden klinische Wattestäbchen analysiert, die von Proben aus Nase und Kehle kommen.

Neue Mitarbeiter und ausreichend ausgerüstet

Die UZ Gent hat für dieses Labor rund 40 neue Mitarbeiter angeworben und will die hier eingebrachten Proben binnen 24 Stunden weitergeben. Das einzige Problem, dass zu Verzögerungen führen könnte, so Prof. Bruno Verhasselt, der Leiter des Genter Labors gegenüber dem VRT-Sender Radio 2/Ostflandern, ist internationaler Natur: „Auf internationaler Ebene ist jeder auf der Suche nach den nötigen Instrumenten, Reagentien und erforderlichen Kunststoffbehältnissen. Das bleibt ein Kampf, doch die Föderalregierung hat für alle Labors große Mengen angekauft. Ich bin guter Hoffnung, dass wir keine Probleme mit den Reagentien haben werden.“

Bald Anpassung der Teststrategie?

In Belgien werden aktuell nur Personen auf Covid-19 getestet, die Symptome aufweisen. Das liegt an den bisher anhaltenden Engpässen bei den Testlabors. Mit der Inbetriebnahme der 8 nationalen universitären Labors in den Unikliniken des Landes kann die Teststrategie wieder angepasst werden. Virologen und Infektiologen gehen davon aus, dass die Zahl der Infizierten in Belgien etwas höher liegt, als die offiziellen Statistiken offenlegen, weil eben nicht jeder z.B. nach einem Risikokontakt getestet wird, wenn er keine Symptome aufweist. Betroffene müssen sich bisher lediglich „auf Verdacht“ in Quarantäne begeben. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten