Krankenhäuser unter Hochdruck: Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen wird weiter steigen

Den Erhebungen des Gesundheitsinstituts Sciensano zufolge sind zurzeit 1.302 Betten auf den Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt. Ein Rekord! Belgienweit können gut 2.000 Betten für eine Intensivversorgung vorgesehen werden. Manche Krankenhäuser in Brüssel, in Flandern und in der Wallonie sind inzwischen ausgelastet und verlegen Patienten in andere Provinzen oder nach Deutschland. „Leider wird die Belastung der Intensivstationen bis nächste Woche anhalten“, prognostiziert Facharzt Dr. Geert Meyfroidt vom UZ Leuven.

Jüngsten Erhebungen von Sciensano zufolge sind zwischen dem 1. und 31. Oktober 720 Patiententransfers in die Wege geleitet worden. Krankenhäuser in der Provinz Ostflandern haben seitdem die meisten Patienten (132) aus einer anderen Provinz aufgenommen.

Krankenhäuser in der Region Brüssel-Hauptstadt und in der Provinz Antwerpen haben in diesem Zeitraum auch Patienten (ca. 90) aus anderen Provinzen aufgenommen.

13 Patienten aus Lüttich nach Deutschland verlegt

Im Oktober haben Brüsseler Krankenhäuser insgesamt 278 Patienten in Krankenhäuser in ganz Belgien, ausgenommen Lüttich, untergebracht. Lütticher Patienten (108 seit dem 1. Oktober) werden hauptsächlich nach Limburg transferiert. 13 Patienten aus Lüttich wurden an deutsche Krankenhäuser weitergeleitet.

Überbelastung war vorauszusehen

„Wir hatten die Überbelastung der Krankenhäuser aufgrund der Heftigkeit der zweiten Epidemiewelle vorausgesagt“, reagierte Dr. Geert Meyfroidt am Dienstagmorgen im VRT-Radio. Der Intensiv-Facharzt des Universitätskrankenhauses von Leuven sagte, die Krankenhäuser müssten jetzt schon erfinderisch vorgehen, um zusätzliche Betten einzurichten und genügend Ärzte und Pflegepersonal zu finden: „Medizinstudenten im vierten Jahr werden eingesetzt, Halbzeittätigkeiten in Vollzeit umgewandelt und pensionierte Pflegemitarbeiter erneut eingestellt.“

Wenn aber die Zahlen im gleichen Rhythmus wie bisher steigen, werden wir nicht mehr laut der geltenden Qualitätsnormen arbeiten können, befürchtet Dr. Meyfroidt.

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