Nach Terror in Wien: Sicherheitsmaßnahmen im jüdischen Viertel in Antwerpen erhöht

Nach dem schweren Attentat in Wien hat Antwerpen die Sicherheitsmaßnahmen im jüdischen Viertel erhöht. Belgienweit bleibt die Terrorwarnstufe auf 2 für eine eher geringe Terrordrohung. Der belgische Premierminister Alexander De Croo hat dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz auf Twitter sein Mitgefühl bekundet.

„Noch während der Anschlag in Wien zugange war, haben wir zusätzliche Maßnahmen veranlasst“, fügte Bürgermeister Bart De Wever hinzu. „Es scheint, dass Europa, und insbesondere religiöse Stätten, zurzeit Ziel terroristischer Anschläge sind.“

Im Gegensatz zu Belgien, wo die Terrorwarnstufe 2 gilt, wurde für Antwerpen, wo eine große jüdisch-orthodoxe Gemeinschaft wohnt, an der Warnstufe 3 festgehalten: „Das heißt, dass wir hier immer auf ein Attentat gefasst sind“, so der Bürgermeister: „Die Polizei wird von Sondereinheiten zur Terrorismusbekämpfung unterstützt. Darüber hinaus kann Antwerpen auch auf die Unterstützung der Armee rechnen.“

Die neue belgische Bundesregierung hatte angedeutet, dass sie die Anwesenheit von Militärs in den Großstädten abbauen möchte. Am vergangenen Freitag hat der Ministerrat jedoch beschlossen, ihre Anwesenheit im Rahmen der Mission Vigilant Guardian um einen weiteren Monat zu verlängern.

Die belgische Regierung würde kein gutes Signal geben, wenn sie die patrouillierenden Soldaten abziehen würde, sagte der Vertreter der jüdischen Vereinigungen in Flandern, Hans Knoop: „Wir wissen noch nicht, ob das Attentat in Wien gegen die jüdische Gemeinschaft gerichtet war. Der Abzug der Soldaten wäre fast eine Aufforderung, es erneut zu versuchen.“ Knoop begrüßt jedenfalls die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen, die für Antwerpen getroffen werden.

De Croo verurteilt Attentat und bekundet sein Mitgefühl

Wie viele Regierungschefs und Staatspräsidenten hat auch der belgische Premierminister Alexander De Croo auf das Attentat in Wien reagiert. Er sprach dem österreichischen Bundeskanzler sein Mitgefühl aus und bekundete den Opfern und ihren Familien sein Beileid. De Croo erklärte seine Solidarität mit den Einwohnern von Wien und Österreich und rief auf, dem Terror niemals nachzugeben.

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