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LIVE2020: Der Solidaritätsfonds der Musik- und Konzertwelt zahlt die ersten Gelder aus

LIVE2020, der Solidaritätsfonds der Musik- und Konzertwelt in Belgien, hat die ersten Unterstützungsgelder an von der Corona-Krise betroffenen Musikern und anderen in dem Sektor beschäftigten Mitarbeitern überwiesen. Dem Fonds stehen in der ersten Tranche rund 179.000 €, die er selbst gesammelt hat, zur Verfügung. 70.000 € werden an Organisatoren ausgezahlt, die Geld brauchen, um überleben zu können. 

Der Musiksektor in Belgien hatte zu Beginn der Corona-Gesundheitskrise im Frühjahr einen Solidaritätsfonds aus der Taufe gehoben, der zum Ziel hat, notleidenden Konzert- oder Festivalveranstaltern, die im Zuge der Coronakrise in Not geraten sind, Unterstützung zu bieten. Das Ganze, LIVE2020 genannt, ist eine Initiative von verschiedenen Aktoren aus dem Bereich der Livemusik in unserem Land selbst und soll die Maßnahmen der öffentlichen Hand ergänzen und der Fonds wird von der König Baudouin-Stiftung verwaltet.

Reicht das?

Doch ob die oben genannten Summen ausreichen, mag bezweifelt werden und das ist auch so, wie Coralie Berael von LIVE2020 angibt: „Das ist bei weitem nicht genug, um den gesamten Sektor zu retten. Wir brauchen Millionen von den Behörden.“ Die Liste derer, die sich durch Corona in einer finanziell prekären Lage befinden, sei lang, so Berael: „Ob das nun kleine oder mittelgroße Organisationen oder auch zahllose Soloselbständige sind, viele haben Hilfe nötig. Dank den vielen ins Leben gerufenen Aktionen konnte das Verwaltungsgremium allen eingereichten Anträgen einen positiven Bescheid geben.“ In Kürze wird eine zweite Tranche Unterstützungsgelder freigemacht, so LIVE2020.

Ein ganzer Sektor mit zehntausenden Mitarbeitern ist betroffen

Die Krise traf und trifft den gesamten Musik- und Konzertsektor nach wie vor schwer, denn dieser lebt von Auftritten, seit man am Plattenverkauf nicht mehr viel verdienen kann. Doch dieser Bereich liegt gerade nach einigen Sommermonaten von Konzerten mit nur wenigen Zuschauern (innen 200, unter freiem Himmel 400) quasi flach. Hinter den Konzerten von Bands und Musikern stehen zahllose Menschen aus den verschiedensten Bereichen. Das sind die Veranstalter und die Betreiber von Konzerträumen, das sind die Ton- und Lichttechniker, die Bandmanager und Booking-Agenturen und viele andere mehr. Die meisten von ihnen haben derzeit, genauso wie fast alle Musiker, null Einkommen.

Der Sektor muss sich selbst helfen

Um die, die es am schwersten trifft, zu unterstützen, wurde LIVE2020 gegründet, ein Solidaritätsfonds den der Sektor selbst ins Leben gerufen hat. Jeder der Beteiligten versuchte zunächst auf seine Weise Geld einzunehmen, um dieses in den Fonds einspeisen zu können. So verkaufte der Brüsseler Konzertsaal AB (Ancienne Belgique) Mundschutzmasken - in der AB finden übrigens bis 2021 keine Konzerte mehr statt... LiveNation, Organisator von Rock Werchter, dem größten Rock- und Popfestival in unserem Land und Booking-Agentur für zahllose Bands und Musiker, verkaufte Festival-T-Shirts und Festival-Bändchen.

Dieser Fonds ist keine Alternative für die derzeit laufenden oder zukünftigen Unterstützungs- und Fördermaßnahmen von Bund, Ländern und Regionen in Belgien, sondern will vor allem eine Ergänzung dazu bieten.

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