Virologe Steven Van Gucht sieht positive Zeichen: "Wer zu Hause bleibt, der rettet Leben"

Der Virologe Steven Van Gucht (Foto), der auch Leiter des staatlich-belgischen Gesundheitsamtes Sciensano ist, sagte am Mittwoch, dass der „Schnellzug“ der Corona-Infizierungen langsamer wird und dass diese Tempoverringerung „keinen Tag zu früh“ eintritt. Van Gucht sagte auch, dass die Gesellschaft mit dafür sorgen könne, dass nicht alle 2.000 Intensivbetten, die in Belgien für Corona-Patienten zur Verfügung stehen, belegt werden müssen.

Steven Van Gucht ist davon überzeugt, dass derzeit in Belgien geltenden Corona-Maßnahmen eingehalten werden müssen, denn zum ersten Mal seit rund zwei Monaten sinken die Zahlen der neuen Infizierungen mit Covid-19:

„Die Ansteckungszahlen stabilisieren sich, die der Krankenhausaufnahmen steigen weniger schnell. (…) Doch diese Stabilisierung reicht noch nicht aus. Wir müssen alle gemeinsam die Zahlen wieder drastisch nach unten drängen. Jede Aufflackerung kann unser Gesundheitssystem schwer belasten. Wir müssen die heutigen Maßnahmen einhalten. Dann können wir unter der maximalen Kapazität der Krankenhäuser bleiben. Wer zu Hause bleibt, der rettet Leben.“

Wir müssen alle gemeinsam die Zahlen wieder drastisch nach unten drängen. Jede Aufflackerung kann unser Gesundheitssystem schwer belasten. Wir müssen die heutigen Maßnahmen einhalten. Dann können wir unter der maximalen Kapazität der Krankenhäuser bleiben.“

Virologe Steven Van Gucht

Man sei noch nicht aus der Gefahrenzone, so der Virologe im Rahmen des Pressenbriefings von Sciensano, auch wenn die Zahlen weniger schnell steigen: „Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen wird in den nächsten Tagen noch steigen und nimmt auf Wochenbasis um 48 % zu, was einer Verdoppelung alle 12 Tage entspricht. Doch es geht etwas langsamer als in den vergangenen Tagen.“

Momentan sei die Lage in den Provinzen Lüttich und Hennegau in Wallonien sowie in der Provinz Ostflandern noch sehr angespannt, doch „Schätzungen zufolge erreichen wir innerhalb von zwei Wochen eine maximale Belegung von 1.800 Intensivbetten.“ 

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