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Rund 400.000 Häuser in Flandern sind nicht am Abwassersystem angeschlossen

Rund 400.000 Häuser und Gebäude bis hin zu noch in den 1990er Jahren errichtete Wohnviertel im belgischen Bundesland Flandern sind nicht an das Abwasser-, Klär- und Kanalsystem angeschlossen. Das bedeutet, dass das gesamte Abwasser der betroffenen Haushalte ungefiltert in die Natur fließt, in Bäche, Teiche oder sonst wohin. Eine europäische Richtlinie verlangt aber von Belgien, dass alle Wasserläufe bis 2027 sauber sein müssen. Ob diese Deadline zu halten ist, mag bezweifelt werden.

Die Tatsache, dass die Haushalte aus bis zu 400.000 Häusern in Flandern nicht ans Abwasser- und Klärsystem angeschlossen sind, brachte das VRT-Reportageprogramm „Pano“ am Mittwochabend an die Öffentlichkeit.

Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) schien davon überrascht zu sein und ruft die Gemeinden dazu auf, hiergegen etwas zu tun: „Das ist absolut nicht mehr von dieser Zeit. Wir müssen die Gemeinden ins 21. Jahrhundert führen. Also daher hoffe ich, dass diese Reportage ein Weckruf für einige lokale Behörden ist. Geschieht hier nichts, dann müssen wir an andere Lösungen denken, z.B. dass Flandern dann die Verantwortung von den Kommunen übernimmt und auf deren Kosten selbst Abwasseranschlüsse legt.“

Die Flämische Vereinigung von Städten und Gemeinden (VVSG), quasi der Landeskommunalverband, ist wiederum überrascht davon, dass man im Landesumweltministerium nach der „Pano“-Reportage aus allen Wolken fällt.

Nathalie Debast von der VVSG sagte dazu am Donnerstag, dass man bereits Anfang des Jahres auf das Problem aufmerksam gemacht habe: „Wir haben am Jahresanfang einen Aktionsplan mit konkreten Zielen auf den Tisch gelegt. Für uns ist das etwas, bei dem die Verantwortung sowohl auf lokaler Ebene, als auch auf Landesebene liegt. Das ist auch was wir wollen. Wir wollen gemeinsam die (europäischen (A.d.R.)) Ziele erreichen. Wir wollen alle saubere Wasserläufe und die Gemeinden wollen sich dafür einsetzen.“

Nach VVSG-Angaben wollen die betroffenen Kommunen mit den Landesbehörden Verträge abschließen, in denen die Zielvorgaben und Abmachungen rund um die Finanzierung davon festgelegt werden. Wenn diese dann ihre Ziele nicht erreichen, sollen sie von Flandern zur Rechenschaft gezogen werden, so Debast. 

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