Zwei Minderjährige, die einen Terroranschlag gegen die Polizei planten, in Ostbelgien festgenommen

Im Gerichtsbezirk von Eupen in Ostbelgien sind am vergangenen Wochenende zwei minderjährige Jugendliche festgenommen worden, die einen Anschlag auf die Polizei geplant hatten. Sie fielen den Sicherheitsbehörden auf, als sie Lobeshymnen auf die Terrorgruppe IS ins Netz stellten, wie unsere Kollegen vom frankophonen Rundfunk RTBF melden. 

Die beiden Jugendlichen wollten offenbar Polizisten oder Polizeiwachen mit Messern angreifen. Wo dies geplant war, ist nicht deutlich. 

Die Sicherheitsbehörden kamen dem Duo offenbar schnell auf die Spur, denn es veröffentlichte ein Video im Netz, in dem es der islamistischen Terrororganisation IS ihre Treue geschworen haben.

Bei den Festgenommenen handelt es sich laut Bundesstaatanwaltschaft um einen 16- und einen 17-Jährigen. Einer soll aus Kelmis kommen, der andere aus Eupen. Dort fanden auch jeweils Hausdurchsuchungen statt.

Nach einer Meldung der deutschsprachigen Tageszeitung Grenzecho wurden die Jugendlichen bereits einem Untersuchungs- und einem Jugendrichter vorgeführt. Beide sitzen derzeit in einer Jugendschutzeinrichtung der Justiz.

Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen „des Verdachts  auf versuchten terroristischen Mord und wegen der Teilnahme an Aktivitäten einer terroristischen Organisation.“ Die belgische Bundespolizei arbeitete bei den Ermittlungen gemeinsam mit der Kriminalpolizei in Lüttich und Eupen zusammen. 

Erinnerung an Lüttich vor zwei Jahren?

Offenbar wollten die beiden an einen Anschlag erinnern, der vor rund zwei Jahren in Lüttich stattfand, bei dem zwei Polizisten und ein Zivilist ums Leben kamen. Der Täter, ein radikalisierter Islamist, befand sich seinerzeit auf Hafturlaub. Er wurde von der Polizei erschossen. 

Dieser Vorgang sorgt nicht dafür, dass die Terrorwarnstufe in Belgien angehoben wird. Bei einem Treffen des Antiterror-Stabs am Mittwoch wurde dieser Fall in die entsprechende Analyse aufgenommen (siehe nebenstehenden Beitrag).

Belgiens Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD), der über die Vorgänge informiert war, hatte bereits am Dienstag gegenüber VRT NWS angedeutet, dass sich in den sozialen Netzwerken bei den islamistischen Extremisten wieder einiges tue. Offenbar, so der Minister, wollen solche Leute von den Anschlägen in Frankreich und in Wien profitieren.

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