Konzertierungsausschuss: Neue Corona-Unterstützungen und Verlängerung bestehender Maßnahmen

Der Konzertierungsausschuss aus den Regierungen in Bund, Ländern und Regionen in Belgien hat am Freitag einige weitere Unterstützungsmaßnahmen für Personen und Unternehmen, die von der Coronakrise betroffen sind, verabschiedet. Neben einigen neuen Maßnahmen wurden bestehende Unterstützungen weiter verlängert, wie Premierminister Alexander De Croo (Open VLD - Foto) mitteilte. Diese Maßnahmen gelten bis zum Ende des ersten Quartals 2021, also bis Ende März, können aber noch weiter verlängert werden.

Die wichtigsten neuen Maßnahmen

Für Unternehmen: Die Behörden übernehmen einen Teil des Urlaubsgeldes für Mitarbeiter von Unternehmen, die in Kurzarbeit gehen mussten. Die Freistellung von Nebenkosten, wie z.B. Sozialbeiträge zu Lasten der Arbeitgeber, wird für das dritte Quartal des laufenden Jahres auf andere Sektoren ausgeweitet, die neben dem Eventsektor und der Gastronomie verpflichtet schließen mussten.  

Für Selbständige: Das klassische Überbrückungsgeld für Selbständige wird erweitert, u.a. über einen besseren Zugang für Starter zum Aufbau bzw. zum Beibehalten eines Rentenaufbaus. Die Behörden führen einen Plan ein, mit dem die Betroffenen gestundete Sozialbeiträge abbezahlen können.

Für Arbeitnehmer: Das staatliche Arbeitsamt zahlt Arbeitnehmern, die lange in Kurzarbeit bleiben müssen, einen Teil des Weihnachtsgeldes, hier Jahresendprämie genannt. Die Summe beläuft sich auf 10 € pro Tag, den sie länger als 52 Tage Kurzarbeit schieben müssen. Die Kurzarbeitsregelung gilt bis zum 31. März 2021 und bietet Arbeitnehmern 70 % des monatlichen Bruttolohns (dessen Obergrenze bei 2.754,76 € liegt). Hinzu kommt ein Zuschlag vom Arbeitsamt von 5,63 € pro Tag. 

Arbeitnehmer, die lange im Homeoffice tätig sind, können von Maßnahmen gegen u.a. Stress oder Burn-out profitieren, die mit ihren Unternehmen vereinbart werden. Das Krankenhaus- und Pflegepersonal kann von einer einmaligen Prämie über 200 Mio. € profitieren, die die jeweils zuständigen Gesundheitsminister in den Ländern und Regionen in Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern auszahlen.

Für die Schwächsten in der Gesellschaft: Die Regierungen in Belgien rufen eine Taskforce ins Leben, die Maßnahmen für Unterstützungen der Schwächsten in der Gesellschaft ausarbeiten. Hierfür ist ein Budget über 75 Mio. € vorgesehen.

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