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Die Corona- und Wirtschaftskrise hat Belgien bereits 17,5 Milliarden Euro gekostet

Die von allen öffentlichen Behörden ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der durch das Coronavirus verursachten Krise haben in diesem Jahr mehr als 17,5 Milliarden Euro gekostet, erklärte die liberale Staatssekretärin für Haushalt und Verbraucherschutz, Eva De Bleeker (Open VLD), in einer Grundsatzerklärung, die sie dem Parlament vorlegen wird. 

Die Kosten teilen sich der Bund und die Sozialversicherung in Höhe von 12,784 Milliarden Euro, Flandern (2,707 Milliarden Euro), Wallonien (1,377 Milliarden Euro), die Region Brüssel (443 Millionen Euro), der Verband Wallonie-Brüssel (189 Millionen Euro) und die Deutschsprachige Gemeinschaft (31 Millionen Euro), wie sie in dem am Freitag auf der Website der Kammer, dem ersten Haus des belgischen Parlamentes,  veröffentlichten Dokument erklärt. Die Summe entspricht 3,9% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Im Jahr 2021 dürften sich die finanziellen Auswirkungen der Covid-19-Krise für die belgischen öffentlichen Behörden insgesamt auf 3,049 Milliarden Euro belaufen (davon 2,1 Milliarden für den Bund und die Sozialversicherung), was 0,6% des BIP entspricht, so Frau De Bleeker, die sich in ihrer Erklärung auf Zahlen vom 27. Oktober stützte. 

Neue Maßnahmen nicht berücksichtigt

Das am Freitag von der Bundesregierung vorgestellte Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Wirtschaft angesichts der zweiten Coronavirus-Welle sei in diesen Ausgaben nicht enthalten, betonte der Sprecher der Staatssekretärin. 

Am Freitag kündigte die Regierung zusätzliche 200 Millionen Euro für das Gesundheitspersonal, die Wiederermöglichung der befristeten Arbeitslosigkeit (Kurzarbeit) für alle Unternehmen und die Verlängerung des doppelten Krisenüberbrückungsgeldes für Selbständige an.

Laut Frau De Bleeker wird die Regierung De Croo in Absprache mit den Regionen, Gemeinschaften und lokalen Behörden einen ehrgeizigen Sanierungsplan auf den Weg bringen. Dieser Konjunktur- und Investitionsplan "wird unserer Wirtschaft einen kräftigen Schub geben, Arbeitsplätze schaffen und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft beschleunigen". Für den Zeitraum 2020-2024 sind in der Vereinbarung der Bundesregierung insgesamt 4,7 Milliarden für diesen Zweck vorgesehen.

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