Premier De Croo: „Wenn die USA und Europa zusammenarbeiten, können wir in der Welt viel bewegen"

Belgiens liberaler Regierungschef Alexander De Croo (Open VLD, Foto) hat dem designierten US-Präsidenten Joe Biden und der Vizepräsidentin Kamala Harris auf Twitter gratuliert. "Vergessen wir nicht, dass es sich um COVID-19-Wahlen handelte", erklärte De Croo im Frühstücksmagazin „De Ochtend“ (dt.: „Der Morgen“) von VRT-Radio 1. "Trotzdem wurde beschlossen die Wahl nstattfinden zu lassen und den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Stimme abzugeben.“ Lesen Sie hier die offizielle Erklärung des belgischen Premiers.

Und eine Rekordzahl von Amerikanern gab dann auch ihre Stimme ab. De Croo: "Noch nie zuvor haben so viele Menschen gewählt. Am Anfang sah es nach einem knappen Sieg für Biden aus, später wird es sich wahrscheinlich als großer Sieg herausstellen. Es zeigt, dass es eine Wahl war, die viel Staub aufgewirbelt hat. Es ist klug, dass Biden der Präsident von allen sein will, das war weniger die Botschaft des vorherigen Präsidenten, der die Spaltung der Nation anstrebte".

De Croo gratulierte Kamala Harris in einem separaten Tweet. "Wurde auch Zeit, dass es eine weibliche Vizepräsidentin gibt. Jemand, der für Hoffnung in den Vereinigten Staaten steht, die mit ihrer eigenen Vielfalt kämpfen. Es gibt dort eine unglaubliche Menge an Talenten, die durch alltäglichen Rassismus nicht zum Zuge kommen", sagte De Croo. Unser Premierminister nennt Belgien in dieser Hinsicht einen Vorreiter. Sophie Wilmès war vom 27. Oktober 2019 bis zum 1. Oktober 2020 die erste weibliche Premierministerin unseres Landes.

Was kann Biden für die Welt bedeuten? „Wenn die USA und Europa zusammenarbeiten, können wir in der Welt viel bewegen", sagte De Croo. Der Premierminister denkt unter anderem an den Klimawandel und die damit verbunden globalen Probleme.

Europa muss seine Hausaufgaben besser machen, um eine Rolle in der internationale Politik zu spielen
Alexander De Croo, belgischer Premierminister

“Die USA und Europa waren schon immer Verfechter des Multilateralismus: die Zusammenarbeit verschiedener Länder mit einem gemeinsamen Ziel. Dies war unter Trump nicht mehr der Fall. Biden rückt die internationale Zusammenarbeit wieder in den Vordergrund", glaubt De Croo. 

Offizielle Erklärung des belgischen Premiers

"Belgien ist bereit, das transatlantische Bündnis zur Verteidigung unserer gemeinsamen Werte und der freundschaftlichen Bande, die unsere Völker verbinden, weiter zu stärken.  Als Standort der NATO und der EU hoffen wir, dass die USA unter ihrer neuen Führung ihre entscheidende Unterstützung für die europäische Integration fortsetzen werden, die unserem Kontinent Frieden und Wohlstand gebracht hat", heißt es in der Erklärung des Premierministers.

"Die USA und ein vereintes Europa können gemeinsam eine große Kraft bilden, um den Multilateralismus im Interesse aller zu stärken.  Der Klimawandel, die  COVID-19-Krise und der Kampf gegen den Terrorismus stehen obenan auf einer langen Liste globaler Herausforderungen, die nur im Geiste der internationalen Zusammenarbeit und Solidarität erfolgreich bewältigt werden können".

"Die USA können auf Belgien als einen konstruktiven und langjährigen Verbündeten zählen, der den Konsens fördert und alle Anstrengungen für den Frieden unternimmt".

Premier De Croo freut sich auf ein baldiges Treffen mit Präsident Biden, um engere Beziehungen zu knüpfen und das voranzutreiben, was er "unsere gemeinsame Agenda" nannte.

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