Reporters

Belgiens neue Regierung will eine "Cybereinheit" für das Verteidigungsministerium

Die belgische Vivaldi-Koalition plant die Einrichtung einer „Cybereinheit“ innerhalb der belgischen Armee. Belgien soll nach dem Willen von Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) zu einem der EU-Länder ausgebaut werden, die in dieser Hinsicht am wenigsten angreifbar sein sollen. 

Belgiens Verteidigungsministerin Ludivine Dedonder (PS) will eine „Cybereinheit“ ins Leben rufen, die in etwa das gleiche militärische Gewicht haben soll, wie die anderen Waffengattungen zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Bis 2025 soll, so die Ministerin in ihrem Plan für ihre Legislaturperiode, „der Aufbau einer vollwertigen Komponente“ in diesem Bereich abgeschlossen sein.

Diese „Cybereinheit“ soll in einer ersten Phase Teil des militärischen Abschirmdienstes ADIV sein und mit der Anwerbung von entsprechenden „hochspezialisierten Fachkräften“ und mit den erforderlichen Mitteln im Laufe der Zeit zu einer eigenständigen Einheit innerhalb der belgischen Armee werden.

Diese Einheit soll vornehmlich der Verteidigung des eigenen Landes dienen. Belgien ist die Basis für internationale Gremien, wie die NATO und die EU und ist damit ein Ziel für Cyberattacken aus den verschiedensten Richtungen. Es gilt als sicher, dass ein Angriff auf die Netzwerke des belgischen Telekomanbieters Proximus im Jahr 2013 vom britischen Geheimdienst GCHQ ausging.

Aber, diese belgische Einheit soll im Bedarfsfall auch selbst Angriffe im Netz durchführen können. Verteidigungsministerin Dedonder will dieses Projekt u.a. über Mittel aus der EU finanzieren, denn im europäischen Wiederaufbaufonds werden Gelder für die Cybersicherheit vorgesehen. Experten sind der Ansicht, dass Belgien eine solche Truppe braucht, doch es wird vermutet, dass die Rekrutierung von geeigneten Fachleuten kein einfaches Unterfangen sein wird, zumal die Sicherheitsindustrie in dieser Hinsicht weitaus höhere Gehälter zahlt. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten