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Flandern will die Schwerindustrie bis 2050 in Richtung Klimaneutralität bewegen

Flanderns Ministerin für Wirtschaft und Innovation Hilde Crevits (CD&V) hat angekündigt, dass ihre Landesregierung bis 2050 einen „wichtigen Klimasprung“ machen. Dies sagte die flämische Christdemokratin am Rande der Veröffentlichung einer Studie zu den Möglichkeiten der hiesigen Industrie, irgendwann klimaneutral zu werden. In dieser Studie wird u.a. nach Wegen gesucht, die die Industrie in Flandern weniger Schadstoffe ausstoßen lässt. 

Die Schwerindustrie, wie der Chemiesektor oder die Stahlindustrie, sind gemeinsam für rund 90 % des Treibgasausstoßes verantwortlich, den Belgien laut dem EU-Emissionshandel in die Atmosphäre abgeben darf. Gleichzeitig aber sind sie enorm wichtige Wirtschaftssektoren für unser Land und sie gehören trotzdem zur Spitze in Sachen Energie-Effizienz, so Flanderns Wirtschafts- und Innovationsministerin Crevits.

„Indirekt sind in der Schwerindustrie über 300.000 Menschen beschäftigt. Das ist also ein enorm wichtiger Arbeitgeber. Wir müssen mit diesen Sektor einen Sprung nach vorne wagen, um weniger CO² auszustoßen“, so die Ministerin. Doch wie kann dieser Sektor im flämischen Landesteil Belgiens mittelfristig und auf Dauer klimaneutral gemacht werden.

Dazu erstellte der Wirtschaftsberatungs-Dienstleister Deloitte eine Studie im Auftrag der flämischen Landesregierung. Zahlreiche Fachleute und Wissenschaftler aus allen betroffenen Bereichen wurden zu ihren Ansichten in diesem Zusammenhang befragt.

Dieser Bericht umfasst einige notwendige Anpassungen, um den Umschwung in Richtung Klimaneutralität zu schaffen:

-      Die Nutzung von Biomasse als Ersatz für fossile Rohstoffe;

-      Eine Zirkuläre Nutzung von Kunststoffen aus der Wiederverwertung;

-      Mehr Nutzung von nachhaltigen und erneuerbaren Energiequellen bzw. von Wasserstoff statt Erdgas;

-      Das Abfangen von CO², das bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen freikommt und eine Umbildung der Basismoleküle zu neuen Produkten, wie z.B. Methanol;

-      Das unterirdische Lagern von z.B. Kohlenstoff-Monoxyd-Gasen, damit diese nicht in der Atmosphäre freikommen.

Flandern investiert seit einigen Jahren in das sogenannte „Moonshot“-Innovationsprogramm. Jährlich fließen 20 Mio. € aus der flämischen Landeskasse in die Basisforschung nach neuen Technologien, um den CO²-Ausstoß zu vermindern und um die Schwerindustrie Schadstoff-ärmer zu gestalten. „Da sehen wir jetzt die ersten Resultate von“, so Ministerin Crevits am Dienstag bei der Vorstellung der Deloitte-Studie.

Crevits spricht hier von einer Win-Win-Situation: „Wir investieren in große Projekte, wo wir weltweit mit Trendsetter sein könnten. Ein Unternehmen ist spitze, wenn es solche Innovation nutzt und damit einen seht schönen Klimagewinn verbucht.“ Inzwischen wird in dieser Hinsicht nicht nur in die Unternehmen investiert, sondern auch in die Beschäftigten, so Crevits: „Wir sehen, dass Umschulungen der Beschäftigten innerhalb des Umbaus der Schwerindustrie erforderlich sind.“ 

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