Der Brexit bedeutet für Belgiens Zoll und für die Lebensmittelbehörde deutlich mehr Arbeit

Nach dem Brexit, dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, brechen für den belgischen Zoll und für die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) andere Zeiten an, denn ab dem Jahreswechsel haben sie dort erheblich mehr zu tun. Großbritannien gilt ab dem 1. Januar 2021 als „Drittland“ und das sorgt vor allem bei der Ein- und Ausfuhr von Lebensmitteln neue Vorschriften und für neue Verfahren.

Die FAVV hat schon jetzt 115 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, um die Arbeit, die nach dem Brexit auf die Behörde zukommt, zu meistern. Alles muss neu bewertet werden, denn die Vorschriften bei der Ein- und Ausfuhr von z.B. Fisch, Fleisch, Milchprodukten, Obst und Gemüse, Pflanzen und auch lebenden Tieren unterscheidet sich bei „Drittländern“ erheblich von denen von EU-Mitgliedsländern.

Aus Großbritannien eingeführte Lebensmittel werden demnach nach dem Brexit genauso behandelt, wie Importe aus Südamerika oder aus Asien. Die betroffenen Waren und Güter müssen den Vorschriften der Europäischen Union und in gewissem Maße auch denen der belgischen Behörde für die Lebensmittelsicherheit entsprechen. 

Die Briten führen ihre "Post-Brexit-Regelungen" nach und nach ein

Auch auf die Zollbehörden kommt wesentlich mehr Arbeit zu, denn z.B. über die belgischen Häfen kommen viele Waren und Güter aus Großbritannien auf das europäische Festland. Und im umgekehrten Fall ist das auch so. Die Briten führen sehr viele Lebensmittel aus der EU ein und dabei spielen Nahrungsmittel aus Belgien eine große Rolle.

Problematisch wird in jeder Hinsicht auch der Umgang mit den britischen Behörden, denn Großbritannien führt ein eigenes Grenzsystem nach und nach ein. Dadurch rechnen die Behörden in Belgien mit langwierigen Verzögerungen, was z.B. die erforderlichen Zertifikate für den Export von hiesigen Produkten auf die britischen Inseln betrifft. Je deutlicher die britischen Vorschriften danach denen der EU entsprechen, je weniger Anpassungen müssen hier vorgenommen werden. 

Wie streng wird Europa?

Europa fordert von den Briten im Rahmen der Brexit-Verhandlungen (und von eventuellen Nachverhandlungen im Laufe des Jahres 2021), dass diese den EU-Regelungen z.B. für staatliche Förderung, soziale Standards, Lebensmittelsicherheit und Umwelt, weitgehend entsprechen sollten. Davon hängt nicht zuletzt auch die „Strenge“ der Kontrollen durch den belgischen Zoll und der belgischen Lebensmittelagentur ab… 

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