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Schöne Geste: Hotelbetreiber aus Ypern schmücken die Soldatengräber von britischen Stammkunden

Durch die Coronakrise können Besucher aus Großbritannien, die traditionell rund um den 11. November nach Ypern reisen, um ihre während des Ersten Weltkriegs in Westflandern gefallenen Vorfahren zu ehren, nicht kommen. Natasja Feliers (Foto) vom Ariane Hotel in Ypern schmückt deshalb die Gräber, die ihre britischen Stammkunden normalerweise besuchen, deshalb mit kleinen Holzkreuzen und Poppies. 

Die zahlreichen Soldatenfriedhöfe in Westflandern sind tadellos gepflegt, denn da sorgt The Commonwealth War Graves Commission für. Doch in diesem Jahr sind diese Friedhöfe seltsam leer. Wegen der Coronakrise können die vielen Briten dieses Jahr nicht anreisen, um die Gräber ihrer Vorfahren zu besuchen.

Die Hotels in Westflandern mussten schließen und auf ihre Stammgäste verzichten. Im Hotel Ariane in Ypern zum Beispiel reisen zum 11. November seit über 20 Jahren immer die gleichen britischen Gäste und Besucher an.

Letztes Jahr hatte Hotelbetreiberin Natasja Feliers eher zufällig damit begonnen, Holzkreuze mit Poppies auf die Gräber von Stammgästen zu setzen, die verhindert waren. Jetzt aber kommt niemand und Feliers hat gemeinsam mit anderen Hotelbetreibern ihrer Stadt eine Initiative gestartet, die ihre Aktion ausbaut. Briten können sich online anmelden, um ihre Gräber schmücken zu lassen.

Über 200 Briten haben sich angemeldet und jeder bekommt ein Foto mit dem Kreuzchen zugeschickt. Hier zeigt sich die ganz besondere Loyalität zwischen den Briten und den Menschen in Ypern, der weder die Coronakrise, noch der Brexit etwas anhaben können. 

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