Steven Van Gucht

Virologe Van Gucht: "Die Infizierungen halbieren sich alle 7 Tage"

Nach vorsichtiger Ansicht von Virologen sieht es in Sachen Corona-Entwicklung derzeit in Belgien nicht schlecht aus. Virologe Steven Van Gucht (Foto), der auch Leiter des staatlichen wissenschaftlichen Gesundheitsamtes Sciensano ist, sagte am Freitag im Rahmen eines Pressebriefings, dass die Zahl der neuen Ansteckungen mit Covid-19 gerade „relativ schnell abnimmt.“

„Die Zahl der Ansteckungen halbiert sich jetzt etwa alle 7 Tage. Wir stehen jetzt auf dem 6. Platz in der europäischen Rangliste, das die Infizierungen betrifft. Wir stehen hinter Frankreich und vor Österreich.“, so Van Gucht am Freitag. Hält dieser Trend im gleichen Tempo an, so der Virologe weiter, könnte man Anfang Dezember bei einem Tagesdurchschnitt von 1.000 Ansteckungen landen.

Am Rande bemerkt: Belgien arbeitet derzeit aus Labor-Kapazitätsgründen mit einer angepassten Teststrategie, bei der nur Personen, die Corona-Symptome aufweisen, getestet werden.

Laut Sciensano-Leiter Steven Van Gucht geht auch die Zahl der Krankenhausaufnahmen leicht zurück: „Das ist ein träger aber beständiger Rückgang. Wir sehen jetzt schon am dritten Tag in Folge, dass die Belegungen auf den Intensivstationen langsam nach unten gehen. Es sieht so aus, als das wir den Höhepunkt mit 1.474 -Intensivpatienten am 9. November erreicht haben.“

Die Virologen bleiben aber zurückhaltend

Doch Van Gucht bleibt vorsichtig: „Wir wollen weiterhin mit Nachdruck darauf hinweisen, dass der Druck in den Krankenhäusern sehr hoch bleibt, trotz der zurückgehenden, die wir jetzt langsam sehen. Es ist absolut unumgänglich, dass wir die Zahlen so schnell wie möglich nach unten bekommen!“

Sein Kollege, der Virologe Marc Van Ranst (Foto unten) von der Löwener Universität (KU Leuven), hofft, dass wir ein Weihnachtsfest haben können, bei dem es vielleicht zu zwei sogenannten „Knüffelkontakten“ kommen könnte (bisher ist ein enger Kontakt pro Haushalt erlaubt), aber, „das wird kein normales Weihnachten sein. Wir müssen und damit abfinden. Im politischen Kreisen wird darüber nachgedacht, wie es gehen wird, doch alle begreifen, dass die Lage noch immer ernst ist.“

Van Ranst geht davon aus, dass wir das Weihnachtsfest dieses Jahr nur im engsten Familienkreis feiern können. Man müsse erst konkrete Resultate des zweiten Lockdowns, der seit dem 29. Oktober gilt, abwarten, bevor man Schlüsse ziehen könne: „Es ist noch viel zu früh, um jetzt schon zu sagen, wie die Kurven aussehen könnten.“ 

Marc Van Ranst

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