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Premier De Croo kündigt Weihnachten in Corona-Zeiten an: im kleinsten Kreise

“Wir werden Weihnachten wahrscheinlich im engsten Familienkreis feiern müssen", sagte Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) am Mittwochabend im VRT-Programm Vandaag. “Noch ist die Ansteckungsgefahr zu groß.” De Croo will eine “Weihnachtswelle” der Corona-Epidemie in den Krankenhäusern unbedingt vermeiden.  

"Bis Weihnachten sind wir das Corona-Virus noch nicht los. Niemand wird geimpft sein. Die Weihnachtsferien sind normalerweise dazu da, Zeit miteinander zu verbringen. Aber das können wir nicht in einer Zeit tun, wenn wir die anderen gefährden, oder? Weihnachten wird in diesem Jahr nicht wie in den vergangenen Jahren sein. Das scheint mir logisch”, meinte Alexander De Croo, der Weihnachten nur mit seiner Frau und seinen zwei Kindern verbringen will. 

Der Premierminister gab zu, dass dies vielen schwer fallen wird, insbesondere denjenigen, die alleine leben. 

Auch die Regeln für soziale Kontakte sollen beibehalten werden. Es sei noch zu früh, um bereits genaue Maßnahmen für die Festtage zu ergreifen. Die aktuellen Corona-Maßnahmen (nur ein “knuffelcontact” pro Familienmitglied) gelten mindestens bis zum 13. Dezember. 

Schlechte Corona-Zahlen wegen komplizierter Staatsstruktur?

De Croo reagierte auch auf die Kritik, die der Virologe Marc Van Ranst in der niederländischen Tageszeitung De Volkskrant geäußert hatte.  Belgien habe keine gute Covid-19-Strategie und das sei zum Teil auf "die komplizierte Staatsstruktur" und "acht Gesundheitsminister" zurückzuführen. 

"Er hat den Finger auf die Wunde gelegt, unser zersplittertes Land", reagierte Alexander De Croo. "Ich handele lieber, statt verhandeln zu müssen. In Krisenzeiten verschwenden wir in unserem Land zu viel Zeit mit diesen Verhandlungen. Wenn sich so viele Minister treffen müssen, um eine Einigung zu erzielen, verliert man eben Zeit. Aber es ist auch schwierig, eine einseitig getroffene Entscheidung zu erklären.” 

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