Schwurgerichtsprozess gegen 5 Verdächtige im Mordfall Aquino

Die 5 Verdächtigen im Mordfall Silvio Aquino müssen in Tongeren (Prov. Limburg) vor einem Geschworenengericht erscheinen. Dies entschied die Anklagekammer von Antwerpen am Dienstag. Silvio Aquino war im August 2015 in der Nähe eines Industriegeländes in Opglabbeek (Foto) in der Provinz Limburg erschossen worden. Die Frau des Getöteten wurde dabei verletzt. Aquino und weitere Mitglieder seiner Familie standen im Verdacht, riesige Mengen Kokain geschmuggelt zu haben. Aquino wurde während des laufenden Prozesses ermordet.

Der mutmaßliche Drogenboss Silvio Aquino wurde am 27. August 2015 auf einem Industriegelände im limburgischen Opglabbeek erschossen, bzw. regelrecht hingerichtet. Bei dem Vorfall wurde die Ehefrau Aquinos verletzt. Laut Zeugenaussagen wurde der Wagen der Aquinos damals von zwei Autos in die Zange genommen und ein Unbekannter schoss seinen Opfer mit einem gezielten Kopfschuss aus kurzer Distanz nieder. Die Täter flohen in Richtung niederländische Grenze.

Die niederländische Polizei fand kurz nach dem Mord auf dem Pannenstreifen der Autobahn A73 in Höhe von Roermond (Provinz Süd-Limburg) einen Toten, der vermutlich ermordet wurde. Die belgische und die niederländische Polizei versuchten damals herauszufinden, ob es zwischen beiden Fällen eine Verbindung gibt. Dabei wurde ein beiger PKW der Marke Jaguar mit niederländischem Kennzeichen gesucht. Rasch wurde deutlich, dass der Getötete ein Komplize der Aquino-Mörder war, der offenbar ebenfalls ermordet wurde.

Im Oktober 2015 wurden jeweils zwei Verdächtige in diesem Fall in Köln (in den Ortsteilen Weiden und Kalk) und in Nizza verhaftet und ein mutmaßlicher Auftraggeber wurde in den Niederlanden festgenommen. Während die Ehefrau des Opfers noch stets von einer missglückten Entführung wegen Lösegeld redet, gehen Polizei und Staatsanwaltschaft von einer Abrechnung im Drogenmilieu aus. Die 5 Verdächtigen weisen alle Vorwürfe zurück und beharren darauf, mit dem Mord nicht zu tun zu haben.  

Die Familie Aquino und einige Mitangeklagte, 38 Personen insgesamt, standen lange Zeit in Limburg wegen riesigem Kokainschmuggel aus Richtung Südamerika nach Europa vor Gericht. Von Staranwälten verteidigt, zog sich das Verfahren gegen die Verdächtigen in die Länge. Bei dem Prozess ging es um 2,7 Tonnen Kokain und um eine Summe von über 82,5 Mio. €. Die restlichen Angeklagten wurden damals zu Haftstrafen von bis zu 10 Jahren verurteilt.

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