Lies Willaert

Weltpremiere in der Löwener Uniklinik: Lungen eines Ex-Coronakranken transplantiert

Zum ersten Mal konnten die Lungen eines ehemaligen Corona-Patienten transplantiert werden. Diese Weltpremiere konnte in der Universitätsklinik UZ-Gasthuisberg in Löwen (Flämisch-Brabant) realisiert werden. Für die Transplantations-Medizin ist dies eine gute Nachricht, denn nach dieser Covid-19-Pandemie wird es durchaus passieren, dass auch Personen, die einmal an Corona erkrankt sind, potentielle Organspender werden. 

Aus der gelungenen Lungentransplantation der UZ Löwen ist deutlich geworden, dass es möglich ist, auch Lungen eines Menschen zu transplantieren, der vorher an Corona erkrankt ist. Wenn dessen Lungen nicht beschädigt wurden und sich darin kein lebendes Virus mehr befindet, steht einer Transplantation nichts im Wege - zumindest in dieser Hinsicht, so die ausführenden Mediziner.

Prof. Laurens Ceulemans, Chirurg für Lungentransplantationen an der Löwener Uniklinik und dessen Kollege, der Lungenarzt Prof. Robin Vos gaben im vergangenen Sommer einer Frau die Lungen eines Spenders, der zuvor an Covid-19 erkrankt war. Doch heute, rund 4 Monate nach der Operation, geht es der Patienten sehr gut und dies ist eine gute Nachricht für die Transplantations-Medizin. 

Die Lungenfunktion ist exzellent und der CT-Scan lässt keine Lungenabweichungen erkennen.“

Prof. Laurens Ceulemans, Chirurg für Lungentransplantationen, UZ Löwen

Letztendlich werden in naher Zukunft auch Corona-Patienten, deren Lungen durch das Virus sehr schwer geschädigt sind, ein neues solches Organ benötigen, um weiterleben zu können. Und dabei können auch die Lungen von ehemaligen Corona-Patienten, die genesen sind, ohne das deren Organe Schaden genommen haben, Leben retten.

Die Meldung zu diesem gelungenen Experiment finden interessierte Fachleute in der renommierten medizinischen Zeitschrift The Lancet Respiratory Medicine. Dort ist auch zu lesen, dass Prof. Ceulemans unterstreichen kann, dass die Lungenfunktion der Patientin exzellent ist: „Der CT-Scan lässt keine Lungenabweichungen erkennen.“ Jetzt muss die Wissenschaft noch abwarten, wie sich die Langzeiteffekte der Transplantation entwickeln. 

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