Das "Hafenhaus" von Antwerpen

Wie Antwerpen den CO2-Ausstoß bis 2030 um 50 % senken will

Der Stadtrat von Antwerpen hat am Dienstagabend einen ehrgeizigen Klimaplan verabschiedet, mit dem der C02-Ausstoß bis 2030 um 50 bis 55 % gegenüber 2005 gesenkt werden soll. Damit schließt sich die flämische Hafenmetropole den Zielen des europäischen Green Deals definitiv an. 2009 war Antwerpen als eine der ersten Städte ein entsprechendes Engagement eingegangen.

2009 hatte sich Antwerpen mit einer Absichtserklärung der europäischen Umweltvereinbarung auf Bürgermeisterebene angeschlossen und sich, wie später weitere 286 flämische Städte und Gemeinden auch, dazu bereiterklärt, den CO2-Ausstoß auf kommunaler Ebene auf gleiche Ebene, wie die europäischen Klimaziele zu bringen. Bis 2020 sollte der CO2-Ausstoß um 20 % verringert werden, was aber bereits 2016 gelingen konnte. Danach wurden 40 % bis 2030 zum neuen Ziel, doch dieses Ziel schärfte der Stadtrat am Dienstagabend noch weiter an (siehe oben).

Antwerpen setzte dabei bisher auf die Sensibilisierung von Privathaushalten, auf die Umweltzone in der Innenstadt und auf Unterstützung von privaten Klimainitiativen - auch von Unternehmen. Die Zahlen zeigen, dass sich dies bisher gelohnt hat: Der Schadstoffausstoß der Privathaushalte ist seit 2005 um 37 % gesunken und deren Energieverbrauch um 28 %. Dies trotz der Tatsache, dass die Antwerpener Bevölkerung seither um 11,7 % angewachsen ist.

Neue Schwerpunkte

Doch jetzt geht die Stadt Antwerpen davon aus, dass die Anstrengungen auf privater Ebene, vor allem bei den Privathaushalten, mehr oder weniger in dieser Hinsicht ausgereizt sind. Deshalb werden andere Schwerpunkte gelegt, wobei ein Fokus auf zusätzlicher Verkehrsinfrastruktur für Radfahrer liegt und ein weiterer beim Ausbau eines Wärmenetzes durch die Stadt, über das Restwärme (Wasser, das um 90°C warm ist) aus der Industrie im Hafen und Energie aus Biomasse-Heizkraftwerken bis 2030 jedes 10. Antwerpener Gebäude beheizen soll.

Interessant ist dabei, dass das Hafengebiet in Antwerpen in die Klimazahlen und -ziele nicht mit einbezogen wird (der Hafen läuft über den europäischen Emissionshandel und das ETS-System) und doch wird gerade hier einiges in dieser Hinsicht gleistet. So wird die Zahl der Windräder im Hafen mittelfristig verdreifacht und von dort aus soll dann später, bis etwa 2050, auch die gesamte Stadt mit nachhaltiger Energie aus Windkraft- und Solaranlagen kommen. Das bedeutet, dass Antwerpen bis dahin energieneutral sein kann und damit besser abschneidet, als der Rest von Flandern, der teilweise bis auf weiteres unter der EU-Norm bleibt. 

Die Skyline von Antwerpen
© Karol Kozlowski - creative.belgaimage.be

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