Friseure protestieren gegen die anhaltende Zwangsschließung: Finanziell ein Desaster

Die Geschäfte haben seit Dienstag wieder geöffnet, die Friseure aber immer noch nicht, und sie haben es wirklich schwer. Am heutigen Samstag um Viertel nach Zwölf haben die Friseure deshalb im ganzen Land mit einer originellen Aktion protestiert: Sie stellten ihren Friseurstuhl vor die Tür und schnitten Familienangehörigen die Haare auf dem Bürgersteig.

Barbiere und Friseure gehören zu den so genannten Kontaktberufen, die aufgrund der staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gezwungen wurden, ihre Geschäfte zu schließen.  Die Friseursalons werden frühestens im nächsten Jahr eröffnet! Um gegen die Ungewissheit im Zusammenhang mit der Schließung ihrer Geschäfte zu protestieren, haben Hunderte von Friseuren und Barbiersalons heute einen Protest veranstalten: Sie stellten den Stuhl, in dem sie ihren Kunden normalerweise die Haare schneiden, auf den Bürgersteig und werden, um nicht gegen die Coronavorschriften zu verstoßen, ein Mitglied ihres Haushalts frisieren, um auf ihre Notlage aufmerksam zu machen.

Die Frisöre möchten ihre Frisiersalons am 14. Dezember wieder eröffnen.  Marcella, eine Friseurin aus Bree (Limburg): "Dies ist ein spielerischer Protest, aber auf sichere Art und Weise fordern wir einen klaren Regierungsplan, damit wir wissen, woran wir sind.  Wir werden jemandem aus unserer Blase die Haare schneiden, um unsere Besorgnis zum Ausdruck zu bringen.  Wir fordern auch die Kunden auf, Geduld zu haben und nicht zum Waschen und Schneiden über die Grenze zu fahren. Dort, also in den Niederlanden, sind die Friseursalons wohl geöffnet".

Viele Friseure sagen, dass sie auch massiv von den Kunden unter Druck gesetzt werden. Fast 80% der Friseure und Barbiere sind schon gebeten worden, jemanden hinter verschlossenen Türen zu frisieren. Sie hören auch, dass viele Kunden die Grenze überqueren, um sich dort die Haare machen zu lassen.

Die belgischen Regierungen werden die Wiedereröffnung von Friseursalons erst am 15. Januar im Konzertierungsausschuss besprechen. Die Wiedereröffnung könnte aber noch  bis zum 1. Februar verschoben werden.  Der Friseurverband befürchtet, dass die Schließungen für viele Salons die Pleite bedeuten könnten.

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