Antwerpener Polizei hat 9 Lockdownpartys mit insgesamt 64 Personen beendet

In Antwerpen stoppte die Polizei in der Nacht zum Sonntag 9 verbotene Lockdownpartys.  Insgesamt wurden dort 64 Partybesucher aktenkundig. Die Polizei wurde jedes Mal wegen Lärmbelästigung gerufen. Die Anwesenden riskieren eine Gefängnisstrafe von 8 Tagen bis 3 Monaten und eine Geldstrafe von 200 bis 4.000 Euro. Sie müssen sich alle vor Gericht verantworten.

"Nachbarn riefen die Polizei gerufen, weil es an mehreren Orten Lärmbelästigung gab", so Wouter Bruyns von der Antwerpener Polizei. "Wir besuchten insgesamt neun Adressen und identifizierten insgesamt 64 Personen. Das sind viele.“. 

Der Polizeisprecher stellt weiter fest, dass die meisten Teilnehmer sehr wohl wussten, dass sie gegen die Corona-Regeln verstießen. Dies wurde durch die Tatsache illustriert, dass sie oft flohen, wenn die Polizei eintraf. "Einzelpersonen versteckten sich, oft auf dem Dach, in der Hoffnung, dass die Polizei dort nicht nachsehen würde. Aber das hat sich natürlich nicht bewahrheitet. Die haben nach ihnen gesucht, bis alle identifiziert waren".

Die Polizei erstellte bei jeder der neun verbotenen Partys einen offiziellen Bericht. Eine Reihe von Personen wurde administrativ verhaftet, weil sie Widerstand leisteten. Jemand wurde auch verhaftet, weil er zuvor schon bei mehreren Lockdownpartys entdeckt worden war. Den Verhafteten drohen eine Gefängnisstrafe von 8 Tagen bis 3 Monaten und eine Geldstrafe von 200 bis 4.000 Euro.

Eine Recherche, die die VRT in verschiedenen größeren Polizeibezirken durchgeführt hat, ergab, dass es in der vergangenen Nacht relativ wenige Verstöße gegen die geltenden Richtlinien zur Eindämmung der Corona-Pandemie in anderen Ortschaften gab.

Die Leute werden immer unverschämter und lassen die Polizei nicht in die Wohnung
Bart De Wever (N-VA), Bürgermeister von Antwerpen

Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) reagiert empört

Der Antwerpener Bürgermeister Bart De Wever (N-VA) reagierte in der sonntäglichen VRT-Talkshow ‚De zevende dag‘ (dt.: ‚Der siebte Tag‘) sehr unzufrieden: "Die Leute werden immer unverschämter und lassen die Polizei nicht in die Wohnung. Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) hat behauptet, die Polizei könne nicht einfach eine Wohnung betreten. Ich muss dem widersprechen: Wir dürfen das im Rahmen des Gesetzes über die öffentliche Gesundheit. Das tun wir. Niemand darf glauben, dass man sich verbarrikadieren und eine Party feiern kann".

Über welche Art von Menschen sprechen sie? "Es geht um einen Querschnitt der Gesellschaft", sagt De Wever. "Vor einer Woche haben alle auf die jüdische Gemeinde gezeigt. Wenn man sich die gestrigen Partys ansieht, sieht man das Kaleidoskop der Stadt. Es passiert in allen Vierteln: sehr schick, weniger schick, wo sich die Menschen in Wohnungen, Hotels und Airbnb-Mietwohnungen versammeln. Sie treffen sich manchmal mit 10, 20, 30 Personen und nehmen oft Drogen und Lachgas.“

"Saftige Geldbußen"

Auch die Brutalität gegenüber der Polizei beunruhigt den Antwerpener Bürgermeister. "Polizisten werden als Rassisten beschimpft und Polizistinnen als Huren. Ich finde das unerhört. Die entsprechenden Geldstrafen werden saftig ausfallen. Und wir lassen es nicht dabei: Sie werden alle strafrechtlich verfolgt werden". Die Betroffenen riskieren eine Haftstrafe von 8 Tagen bis 3 Monaten und eine Geldstrafe von 200 bis 4.000 Euro.

"Ich muss auch die Bevölkerung zur Beharrlichkeit aufrufen, denn sonst müssen wir eingreifen", sagt De Wever. "Das tue ich nicht gern: Ich mag es nicht, die Stadt gegen meine Mitbürger zu besetzen. Ich würde gerne mit meinen Einwohnern zusammenarbeiten, aber einige machen mir das sehr schwierig".

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