MP Jan Jambon: "Ohne Brexit-Einigung, werden 28.000 flämische Arbeitsplätze verloren gehen"

Der flämische Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA, Foto) setzt vor allem auf den Europäischen Brexit-Fonds, um flämische Unternehmen zu unterstützen, die durch den Brexit wirtschaftlichen Schaden erleiden würden. Die Corona-Krise hat bereits große Auswirkungen auf den flämischen Landeshaushalt, aber wenn Europa und das Vereinigte Königreich kein Handelsabkommen erreichen, wird dies noch mehr schlimme Folgen für Flandern haben. 

Es sind entscheidende Tage für das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich. Ab dem 1. Januar werden die Briten nicht mehr zur Union gehören, aber ein Handelsabkommen ist noch nicht in Kraft.  Die Verhandlungen werden heute wieder aufgenommen. Darauf einigten sich die Präsidentin der Europäischen Kommission, Von der Leyen, und der britische Premierminister Johnson nach dem Krisengespräch gestern Abend. 

"Dies werden entscheidende Verhandlungen sein", so der flämische Ministerpräsident Jan Jambon im VRT-Radiomorgenmagazin ‚De ochtend‘. "Wenn keine Einigung erzielt werden kann, wird Flandern hart getroffen werden. Es wurde errechnet, dass dann 28.000 Arbeitsplätze in verschiedenen Sektoren verloren gehen werden. Das ist ein schrecklicher Tribut". Vor allem, wenn dies zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise hinzukäme, so Jambon.

Der Ministerpräsident blickt vor allem nach Europa, um die betroffenen Unternehmen zu unterstützen. "Es gibt einen europäischen Fonds mit 5 Milliarden Euro". Da aber noch nicht klar ist, welche Wirtschaftssektoren am stärksten betroffen sein werden, bleibt laut Jambon abzuwarten, wie dieses Geld verteilt wird.

Flandern selbst verfügt auch über einen Wirtschaftsförderungsfonds, um beispielsweise Unternehmen bei der Suche nach neuen Absatzmärkten zu unterstützen. "Aber in diesem Jahr schreiben wir wegen der Coronakrise bereits dunkelrote Zahlen im Landeshaushalt. Glücklicherweise handelt es sich nicht um ein strukturelles Defizit, obwohl es zu einer Neuverschuldung führt. Wir werden uns also sicherlich den Haushalt noch einmal anschauen müssen, wenn Corona vorbei ist, um dieses aufgebaute Defizit zu beseitigen".

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