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Teuerste Frittenbude Belgiens steht am historischen Marktplatz in Brügge

Ein Brügger Unternehmer zahlte 180.000 Euro für eine der Frittenbuden auf dem weltberühmten Marktplatz. Die Bude (Foto) steht links neben dem Glockenturm, der seit 1999 zum UNESCO-Kulturerbe gehört. Der vorherige Betreiber ging in Konkurs. Darüber hinaus zahlt er eine jährliche Konzession von 125.000 Euro an die Stadt.

Der Unternehmer Ghan Shyam Kafle legte 180.000 Euro auf den Tisch, um eine der beiden Pommesbuden auf dem Marktplatz in Brügge zu übernehmen. Die Holzbude ist weniger als 8 Quadratmetern  groß und maximal 2 Personen können in ihr gemeinsam arbeiten. Darüber hinaus zahlt er die Standgebühr von 125.000 Euro pro Jahr. Dies ist bei den beiden Buden, die am  Brügger Glockenturm Fritten verkaufen, schon seit einigen Jahren der Fall.

In Nicht-Coronazeiten ist der Markt ein Ort, den täglich viele tausende Touristen besuchen. Aber jetzt ist, und das schon seit März pandemiebedingt, in Brügge niemand mehr zu sehen. "Es sind im Moment schwierige Zeiten", sagt Kafle. "Nur an den Wochenenden haben wir mehr Kunden, dank der Wiedereröffnung der Geschäfte. Aber wir denken schon an die Zukunft: Die Touristen werden zurückkehren".

Profitabel?

Das wird auch notwendig sein, um wieder gewinnbringend arbeiten zu können. Sowieso sind die Fritten am Markt von Brügge die teuersten im Lande:  4 Euro für eine kleine Packung Pommes ohne Soße.

Die hohen Standgebühren in Brügge sind dem Dachverband der Frittenbudenbetreiber Navefri schon lange ein Dorn im Auge. Er appelliert an die Stadtverwaltung, Frittenbuden nicht unbedingt an den Meistbietenden zu vergeben, sondern auch Erfahrung, Qualität und Angebot zu berücksichtigen.

"Es ist schwer zu berechnen, wie viel sie am Tag verkaufen müssen, um überhaupt etwas zu verdienen", meint Bernard Lefèvre von Navefri. "Es liegt nicht an mir, die Rechnung für jemand anderen zu machen. Aber das scheint mir wirklich kein realistischer Betrag zu sein, um eine Frittenbude gewinnbringend zu betreiben."

Auf die Übernahme der Pommesbude am Markt hatte die Stadtverwaltung aber keinen Einfluss. Nach dem Konkurs beschloss der Treuhänder, einen Kandidaten für die Übernahme des bestehenden Unternehmens zu suchen.

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