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Wieder neue Bilder vom Luchs im belgischen Semois-Tal aufgetaucht

Anfang November wurde ein weiteres Bild von einem wilden europäischen Luchs im Semois-Tal aufgenommen. Ende August wurde dort ein erstes Bild eines Luchses gemacht und im Oktober folgten weitere Bilder. Das aktuelle Bild macht deutlich, dass der Luchs tatsächlich wieder in Belgien heimisch ist und dass es sich nicht um ein wanderndes Tier handelt.

Es war Billy Herman, Geschäftsführer von Starling Naturreisen, der es schaffte, ein weiteres Bild von einem Luchs im Semois-Tal zu machen. Er ist ein leidenschaftlicher Wildtierbeobachter und ließ unbemannte Wildtierkameras in der Gegend installieren.

Als er vor ein paar Tagen seine Wildkameras überprüfte, fand er unter Tausenden von Bildern von Waschbären, Rotwild, Füchsen, Wildschweinen und anderen Wildtieren auch einige Bilder eines europäischen Luchses.

Natürlich hingen die Kameras nicht einfach so im Semois-Tal (südliche Ardennen, in der Nähe von Arlon in der belgischen Provinz Luxemburg), sondern wurden dort in der Hoffnung aufgestellt, mehr über das Territorium des Luchses herauszufinden, der bereits im August ein erstes Mal fotografiert worden war. Herauszufinden galt, ob das Tier dort ganz alleine lebt, oder ob es noch mehr dieser Tiere im Semois-Tal gäbe.

Großraubtiere

Es wurde sofort Kontakt mit Réseau Loup, der wallonischen Kontaktstelle für Großraubtiere, aufgenommen. In der Zwischenzeit erhielt Réseau Loup auch neue Bilder des Luchses, die aus dem Monat Oktober stammen. Die Bilder von Réseau Loup sind noch klarer, weil sie bei Tageslicht und mit einer echten Kamera, also nicht mit einer unbemannten Wildkamera, gemacht wurden. Ein Vergleich der Bilder von Réseau Loup einerseits und denen von Billy Herman und Welkom Lynx andererseits, zeigt deutlich, dass es sich um das gleiche Tier handelt.

Die Mitarbeiter des flämischen Instituts für Natur- und Waldforschung (INBO) haben sich die Bilder ebenfalls angesehen und bestätigen die Übereinstimmung zwischen den Bildern von Oktober und November. Luchse haben ein einzigartiges Färbungsmuster, das sie individuell erkennbar macht, wenn man sie aus dem richtigen Winkel fotografieren kann.

Mit hundertprozentig sicheren Beobachtungen aus den Monaten Februar, August, Oktober und November dieses Jahres wird eines klar: Der Luchs ist im Semois-Tal wieder ansässig, er ist also kein zufälliger Passant.

Jan Loos, vom Verein „Willkommen Wolf“ ist glücklich über die Ankunft des Luchses in unserem Land. "Es handelt sich um eine Tierart, die, genau wie der Wolf, vor Jahrhunderten vom Menschen in unseren Regionen ausgerottet wurde. Langsam aber sicher erobern sich diese Arten ihren Lebensraum zurück. Das liegt daran, dass es mehr Natur und weniger Jagd gibt."

Doch Loos bremst zu hohe Erwartungen: "Das heißt sicher nicht, dass es der Natur im Allgemeinen gut geht, denn es gibt viele Arten, die es sehr schwer haben. Aber es ist auffällig, dass gerade diese großen, spektakulären Raubtiere jetzt zurückkommen".

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