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UGent obduziert den toten Zwergwal, der Freitag in Bredene gestrandet ist

Der Zwergwal lag am Freitagmorgen tot auf dem Strand von Bredene. Die Todesursache wird von den besten Fachleuten der UGent und der Universität Lüttich untersucht. Nach Angaben des königlichen belgischen Instituts für Naturwissenschaften handelt es sich um ein junges 3,89 Meter langes männliches Tier. Sein Unterkiefer ist gebrochen, wahrscheinlich in Folge eines Zusammenstoßes.

Die Universität Gent nutzt die seltene Gelegenheit, den Zwergwal zu obduzieren und hat die besten Spezialisten dafür nach Gent berufen. 

Dem Veterinärmedizinprofessor Pieter Kornillie zufolge wiegt das Tier 482 Kilogramm: “Das ist nicht viel mehr als ein schweres Pferd oder Rind. Wir haben also die geeigneten Anlagen.” 

Der Zwergwal ist auch nur knapp 4 Meter lang, während diese Tiere normalerweise bis zu 9 bis 10 Meter lang werden. Kornillie schließt also auf ein junges Tier. 

Kieferbruch und dann verhungert?

"Auf einer Seite ragt die Fraktur sogar durch die Haut. Sie muss vor dem Tod eingetreten sein und kann diesen verursacht haben. Ein Kieferbruch hat einen großen Einfluss auf die Fähigkeit, Nahrung aufzunehmen. Darüber hinaus war das Tier auch abgemagert. Es ist also gut möglich, dass es verhungert ist. Aber wir müssen auf die vollständige Autopsie warten,” so der Veterinärmediziner. 

Er vermutet, dass der Kiefer durch eine Kollision mit einem Schiff gebrochen. 

Bei einer solchen Autopsie wird nicht nur die Todesursache untersucht, sondern auch der allgemeine Ernährungszustand, die Anwesenheit von Parasiten und Keimen. "Der Wal war noch nicht lange tot und der Kadaver noch frisch”, freut sich Pierre Kornillie: “Wir können eine Menge Proben nehmen. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, uns ein vollständiges Bild zu machen." 

Das Skelett des Zwergwals wird nach der Autopsie ebenfalls aufbewahrt. "Das Tier hat einen abnormalen Rücken. Er ist nicht gerade, sondern an mehreren Stellen gebogen. Das kann eine angeborene Anomalie sein. Das Skelett wird untersucht und kann dann dauerhaft aufbewahrt werden, so der Veterinärmediziner der UGent. 

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