Virologe Van Ranst: "Neue Mutation in England entdeckt, weil dort viel mehr danach gesucht wird"

Seit gestern Abend ist es praktisch unmöglich, von Großbritannien in die umliegenden europäischen Länder zu reisen. Immer mehr Länder schließen ihre Grenzen wegen einer neuen, noch ansteckenderen Variante des Coronavirus. Laut Marc Van Ranst bedeutet dies jedoch nicht, dass diese Variante nur dort am häufigsten auftaucht. "England ist einfach das Land, in dem man die meisten dieser Mutationen aufspüren kann, weil dort sehr viel danach gesucht wird", differenziert der belgische Virologe.

Die infektiösere Corona-Variante, die im Vereinigten Königreich aufgetaucht ist, dürfte wahrscheinlich auch schon in vielen anderen Ländern verbreitet sein. Das sagte der Virologe Marc Van Ranst im VRT-Radiofrühmagazin "De Ochtend" (dt.: „Der Morgen“). Dennoch versteht er die Entscheidung, ein Einreiseverbot für Reisende aus Großbritannien einzuführen. "Es ist eine Reflexreaktion und als Vorsichtsmaßnahme verständlich."

Laut Van Ranst bedeutet das aber nicht, dass diese Variante nur dort am häufigsten anzutreffen ist. "England ist einfach das Land, in dem man die meisten dieser Mutationen aufspüren kann, weil dort viel nach ihnen gesucht wird", so der Virologe. "Es gibt Länder, die fast nicht oder gar nicht nach COVID-19-Varianten suchen. Sie haben dort einfach keine Ahnung."

Was ist mit uns?

"In Belgien haben wir eine gute Vorstellung davon, was los ist, aber in Großbritannien sind die Virologen noch besser informiert. Ich denke, wir werden in den nächsten Tagen diese Virus-Mutation auch in vielen anderen Länder finden, das Gegenteil würde mich wirklich überraschen", glaubt Van Ranst.

In unserem Land wurde die Variante bereits 4 Mal Ende November und Anfang dieses Monats in einer Stichprobe von 2.000 Proben entdeckt. Ist das Einreiseverbot also eine überzogene Reaktion? "Das wird uns die Zukunft zeigen", meint der Virologe.

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