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Vorläufig letzter Eurostar war Sonntagnacht völlig überfüllt. Einreiseverbot bis zum 6. Januar?

Gestern Abend kam der letzte Eurostar-Zug aus London in Brüssel an, und er war voll, wie das obige Video zeigt. Viele Englandbesucher mussten übereilt abreisen. "Heute Morgen musste ich schnell alles zusammenpacken", sagte etwa Kristina Armahoutov in den VRT-Spätnachrichten. "Es gab keine Tickets, also musste ich die erste Klasse nehmen", schimpfte die Zugreisende Gala Gosset. "Ich habe 500 Euro für zwei Personen bezahlt." Auch am Brüsseler Flughafen in Zaventem landeten gestern die letzten Flüge aus England.

Mehrere Länder, nicht nur europäische, haben den Flug- und Bahnverkehr aus dem Vereinigten Königreich eingeschränkt. Auch für Fährpassagiere gilt ein Fahrverbot und der Kanaltunnel ist für mindestens 48 Stunden für den Verkehr zum europäischen Festland gesperrt. Der Hafen von Dover ist seit Beginn vergangener Nacht für alle Lastwagen und Autos gesperrt.

"Wir mussten gestern kurzfristig die Notbremse ziehen und haben Maßnahmen ergriffen, die für 24 Stunden gelten. Wir werden das heute weiter verfolgen, um so schnell wie möglich mehr Klarheit zu schaffen. Und es bedarf europäischer Konsultationen, um sicherzustellen, dass wir die richtigen Maßnahmen ergreifen. Es macht keinen Sinn, eine Grenze zu schließen, wenn Menschen über andere offene Grenzen einreisen können", sagt Belgiens Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) im VRT-Radiomorgenmagazin „De Ochtend“ (dt.: „Der Morgen").

Nicht auszuschließen ist, dass die Einstellung des  Flug- und Bahnverkehrs zwischen London und dem Festland noch bis zum 6. Januar dauert. "Ein Zeitraum von 1 oder 2 Wochen ist für mich realistisch, aber zunächst müssen wir die Auswirkungen dieser neuen Corona-Variante untersuchen", betont Verlinden.

Aber wir werden die Belgier, die im Vereinigten Königreich gestrandet sind, nicht im Stich lassen, sagt Verlinden. "Sie können sich an das Auswärtige Amt wenden, um eine Lösung zu finden. Auch diesen Bedenken werden wir heute nachgehen."

Febetra: "Einreiseverbote haben großen Einfluss auf den Güterverkehr".

Der belgische Transportverband Febetra erwartet, dass das Einreiseverbot aus dem Vereinigten Königreich große Auswirkungen haben wird. Auch wenn streng genommen immer noch LKWs aus Belgien in Großbritannien einreisen dürfen. Isabelle De Maeght von Febetra: "Aber die Speditionen werden nicht fahren wollen, wenn sie nicht sicher sind, ob sie zurückkehren können“. Das hat einen großen Einfluss auf die Branche, meint sie. 

"Aufgrund des bevorstehenden Brexit ist der Transport nach Großbritannien in den letzten Wochen um fünfzig Prozent gestiegen. Das fällt jetzt natürlich alles weg. Für Unternehmen, die sich auf Transporte ins Vereinigte Königreich spezialisiert haben, wird dies zu Umsatzeinbußen führen, und das kommt zu der Unsicherheit hinzu, die der Brexit bereits mit sich bringt".

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