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Einzelhandelskette Mega World ist bankrott: 650 Menschen verlieren ihren Job

Die Einzelhandelskette Mega World, der Nachfolger des belgischen Ablegers der Einzelhandelskette Blokker, ist in Konkurs gegangen. Das hat das Handelsgericht Mechelen am Vormittag entschieden. 650 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Die Blokker-Filialen waren bereits defizitär, als sie im Februar dieses Jahres von dem niederländischen Geschäftsmann Dirk Bron übernommen wurden. Bron wollte die belgischen Blokker-Filialen unter dem Namen Mega World in Billigläden umwandeln, in denen Restbestände (wie Kleidung, Spielzeug und Haushaltswaren) von Herstellern oder anderen Geschäften zu Dumpingpreisen verkauft werden sollten.

Schon schnell kamen Zweifel an den Erfolgsaussichten dieses Geschäftsmodells auf, unter anderem bei den Gewerkschaften. Der Neustart der Handelskette wurde auch durch die Coronakrise erschwert. Wie alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte mussten auch die 123 Filialen der Mega World im März für Wochen schließen. Das brachte die Kette in finanzielle Schwierigkeiten.

Missmanagement

Anfang Oktober legte das Management einen Sanierungsplan vor, der sich auf die Kostenkontrolle konzentrierte. Es waren aber keine Ladenschließungen und keine Konsequenzen für die Mitarbeiter vorgesehen. Mega World bat um Gläubigerschutz, aber das Gericht ging nicht darauf ein, sondern Das Gericht beauftragte zwei externe Verwalter, die untersuchen sollten, ob ein Neustart möglich wäre. Diese erklärten letzten Monat, die Ladenkette habe keine Zukunft und meldeten Konkurs an.

"In den vergangenen Monaten gab es unter der Geschäftsführung von Dirk Bron ein echtes Missmanagement", sagt Gewerkschaftler Marc Jacobs von ACV Puls. "Nur wenige Zahlen wurden an den Betriebsrat weitergegeben. Als der Jahresabschluss vorgelegt werden musste, verwandelte der Wirtschaftsprüfer diesen zu Brennholz und trat zurück. Das ist noch nie vorgekommen. Daraufhin sind wir vor Gericht gegangen." Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft, ob Dirk Bron Betrug nachgewiesen kann.

Der Nachfolger der belgischen Blokker-Filialen überlebte nicht mal ein Jahr. Inzwischen ist der Schuldenberg auf 40 Millionen Euro angewachsen. Es muss nun abgewartet werden, ob einige der Filialen gerettet werden können.

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