Flamen fallen bei Aufnahmeprüfungen zur Polizeiausbildung häufiger durch als Frankophone

Laut der Statistik von 2020 bestehen Flamen die Aufnahmeprüfungen der Polizei seltener als die französischsprachigen Kandidaten. Das berichtet die Tageszeitung ‚Het Nieuwsblad‘ in ihrer Dienstagausgabe. Es scheint, dass die flämischen Polizeianwärter vor allem am psychologischen Test scheitern.

Nach den sechs Prüfungen, die der eigentlichen Polizeiausbildung vorausgehen, gibt es noch durchschnittlich 15 % flämische Kandidaten gegenüber 21 % französischsprachige Kandidaten, während es insgesamt aus beiden Sprachgruppen etwa gleich viele Bewerber gibt.

Das liegt vor allem an dem psychologischen Test, dem vierten Test. Diese wird von 72 % der französischsprachigen und nur 61 % der niederländischsprachigen Kandidaten bestanden.

Die Bundespolizei weist darauf hin, dass flämische Kandidaten im Allgemeinen "ein minderwertiges Diplom" haben. "Oftmals ein Berufsschulabschluss. Und diese Kandidaten scheitern häufiger", so Sprecher Jonathan Pfund.

Eine Erklärung, die jedoch von Joery Dehaes von der christlichen Gewerkschaft ACV vom Tisch gefegt wird. "Nur weil man einen Berufsschulabschluss hat, heißt das nicht, dass man weniger scharfsinnig wäre", sagt er. "Es gibt vor allem einen Unterschied bei den Bewertungen der Tests. Entweder sind die flämischen Prüfer zu streng oder die französischsprachigen zu lasch", folgert der Gewerkschaftler.

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