Weihnachten und Neujahr anno 2020: So darf gefeiert werden

Langes Wochenende in Sicht. Noch dazu Weihnachten. Aber wegen Corona ist in diesem Jahr nichts wie gewohnt. Kein Wiedersehen mit der ganzen Familie, keine Weihnachtsmesse, Schulter an Schulter auf den Kirchbänken und auch keine Fluchtmöglichkeiten auf die Skipisten oder an südliche Strände ... Weihnachten anno 2020 wird vielen in Erinnerung bleiben.

Mit wem darf man Weihnachten feiern?

Jedes Familienmitglied darf einen “Knuffelcontact” (übrigens das Wort des Jahres in Flandern) treffen. Ist beispielsweise die Tante der engste Kontakt eines Familienmitglieds, darf sie an einem Tag vorbeikommen. Die engsten Bezugspersonen der anderen Familienmitglieder dürfen jede, immer einzeln, an jeweils einem anderen Tag zu Besuch kommen.  

Singles dürfen, zusätzlich zu Ihrem “Knuffelkontakt” eine weitere Person zu sich nach Hause einladen. Zu dieser aber muss der Sicherheitsabstand eingehalten werden. Normalerweise dürfen diese beiden Personen nicht gleichzeitig empfangen werden, aber am 24. oder 25. Dezember gilt eine Ausnahme.  

Noch ein wichtiger Hinweis: Die engste Bezugsperson muss sechs Wochen lang immer die gleiche sein. 

Kinder unter 12 Jahren zählen drinnen auch als “Knuffelcontact”. Wer z. B. seinen Bruder einlädt, darf nicht auch dessen 8-jährige Tochter einladen. 

Wer gerne mehr Leute treffen möchte, muss sich draußen zusammenfinden und den Abstand einhalten. Um den Feuerkorb sind maximal 4 Personen insgesamt erlaubt. Draußen zählen Kinder bis 12 Jahre nicht mit und dürfen also zusätzlich zu den 4 Personen mitgehen. 

Übrigens gilt noch stets eine Ausgangssperre. In Flandern muss man vor Mitternacht zu Hause sein, in Brüssel und Wallonien vor 22 Uhr.  

Abstand und Hygienevorschriften einhalten

Wer über Weihnachten Bekannte im Freien trifft, muss selbstverständlich die Grundregeln befolgen: Händewaschen, mindestens 1,5 Meter Abstand wahren und Maske tragen (sofern der Abstand nicht eingehalten werden kann).  

Gegenstand satirischer Kommentare in den Late Night Shows im In- und Ausland war folgende Regel der belgischen Corona-Regeln: Nein, der Besuch darf das Haus nicht betreten und auch nicht auf die Toilette ... 

Außerdem soll er sein eigenes Besteck und Geschirr mitbringen, damit nichts weitergereicht werden muss und immer genügend Abstand eingehalten wird. 

Urlaub im In- oder Ausland?

Urlauben mit den Mitbewohnern und einem “Knuffelcontact” im eigenen Land ist erlaubt. Gaststätten und  Hotels sind zwar geschlossen, aber sie dürfen Mahlzeiten auf dem Zimmer anbieten.  

In der Eifel sind die Skipisten, falls denn genug Schnee fallen würde, geschlossen.  

Von Reisen ins Ausland wird dringend abgeraten, aber die Grenzen sind offen. Man darf also zum Familienbesuch über die Grenze.  

Wer sich länger als 48 Stunden im Ausland aufhält, muss vor der Rückkehr das Formular "Passenger Locator" ausfüllen. Wer aus einer roten Zone zurückkehrt, muss ab dem 25. Dezember einen negativen Corona-Test vorlegen können. 

Alle Hinweise befinden sich auf der Website der belgischen Auswärtigen Angelegenheiten. 

Strafen

Wer auf einer Lockdownparty erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von 750 Euro. Wer sie veranstaltet, riskiert bis zu 4.000 Euro Strafe. Die Staatsanwaltschaft kann auch entscheiden, kein Bußgeld zu fordern und direkt vor Gericht zu klagen.  

Die Behörden haben das Recht, die gesamte Partyanlage, aber auch Handys und sogar die Autos der Partygäste zu beschlagnahmen. 

Die Polizei darf ein Haus betreten, indem sie eine Party vermutet, muss aber die Erlaubnis der Staatsanwaltschaft, des Bewohners oder Mieters haben.  

Drohnen dürfen zur Überprüfung der Ausgangssperre nicht eingesetzt werden.  

Wer gegen die nächtliche Ausgangssperre verstößt, muss mit einem Bußgeld von 250 Euro rechnen. 

ANP/ Hollandse Hoogte/ Richard Brocken

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