Brexit-Abkommen: Aufatmen im "Vegetable Valley" in Westflandern

Das es kurz vor dem Jahreswechsel dann doch noch zu einem Abkommen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien in Sachen Brexit gekommen ist, sorgt bei vielen für ein Aufatmen. Dazu gehören auch die Gemüsebauern und die Gemüse verarbeitende Industrie in der Provinz Westflandern, von wo aus große Mengen an Tiefkühlkost auf die britischen Inseln exportiert werden.

Vorgestellt wurde das Brexit-Abkommen am Heiligen Abend gegen 16 Uhr, als wohl schon viele Menschen die letzten Weihnachtsvorbereitungen trafen oder sogar schon im kleinen Kreis coronaproof am Tisch saßen. Den Landwirten und Betrieben im Gemüse züchtenden und verarbeitenden westflämischen "Vegetable Valley" rund um Ardooie, Koolskamp, Meulebeke oder auch Kortemark hat das Weihnachtsessen wohl besonders gut geschmeckt, denn diese Gegend ist zu großen Teilen vom Export nach Großbritannien abhängig. 

Hier haben z.B. Unternehmen wie Greenyard, D'Arta, Pasfrost, Ardo oder Vergro ihre Niederlassungen, die mit frischem Gemüse von den westflämischen Landwirten beliefert werden. Hier wird dieses Gemüse zu Tiefkühlkost oder zu Fertigmahlzeiten verarbeitet. Alleine Ardo betreibt in dieser Region drei Werke.

Vergro aus Meulebeke beliefert z.B. die britische Supermarktkette Tesco mit Obst und Gemüse aus Flandern. Das Unternehmen betreibt auch zwei weitere Werke in Mechelen und in Sint-Truiden. Dort hatte man befürchtet, dass hohe Einfuhrgebühren die Produkte am britischen Markt verteuern würden. Vielleicht hätte das dazu geführt, das britische Unternehmen langfristig vermehrt selbst Obst und Gemüse angebaut hätten und die Lieferungen aus Flandern irgendwann nicht mehr nötig wären… 

Tiefkühlprpodukte von Greenyard

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