Klaus Vedfelt

Flämische Studenten entsetzt, weil Großbritannien das Erasmus-Austauschproramm verlässt

VRT NWS erhielt sehr viele Antworten auf einen Aufruf zur Reaktion auf den Austritt Großbritanniens aus dem EU-Austauschprogramm Erasmus für europäische Studenten. Ehemalige und aktuelle flämische Erasmus-Austauschstudenten sind enttäuscht, dass flämische Studenten nicht mehr mit einem Erasmus-Stipendium in Großbritannien studieren können.  Auch britische Studenten werden das Stipendium nicht mehr für ein Studium in Flandern beantragen können.  Es ist das Ende einer Ära.

Louise Verschueren studiert an der Queen Mary University in London.  "Es ist furchtbar, dass europäische Studenten nicht mehr in der Lage sein werden, meine Erfahrung zu wiederholen, in einer fantastischen Stadt wie London zu leben und zu studieren.  Es ist besonders ärgerlich für britische Studenten.  Sie können nun nicht mehr von Austauschprogrammen in anderen europäischen Ländern profitieren."

Tijs Mampaey studierte in Schottland, wo für den Verbleib in der EU gestimmt worden war.  "Ich habe angewandte Linguistik studiert, aber auch so viele interessante Menschen getroffen und tolle Erfahrungen gemacht. Das ist eine verpasste Chance für das Vereinigte Königreich.  Man kann auch ohne Erasmus-Stipendium in Großbritannien studieren, aber es ist praktisch unbezahlbar."

Cindy Callens hatte eine großartige Erasmus-Erfahrung: "Ich war schon immer in Großbritannien verliebt.  Als ich die Möglichkeit bekam, dort zu studieren, habe ich sie mit beiden Händen ergriffen. Cindys Erasmusjahrwar so erfolgreich, dass sie die Möglichkeit hatte, für weitere vier Jahre in England zu bleiben.

Filip Batselé wählte Großbritannien wegen der anderen, interaktiveren Form des Unterrichts in kleineren Gruppen: "Die Universität Glasgow ist eine der ältesten und besten der Welt.  Schottland ist ein tolles Land.  Ich empfehle allen, in Großbritannien zu studieren.  Es ist eine großartige Erfahrung.  Ich hoffe, dass es eine Alternative für Erasmus geben wird."

Es sind nicht nur Studenten oder ehemalige Studenten, die geantwortet haben. Katrien Verbruggen ist eine Flamin die an der University of East Anglia arbeitet.  Sie ist dort für das Austauschprogramm zuständig. "Die Nachricht ist ein Schock.  Wir werden alle unsere Austauschvereinbarungen mit europäischen Universitäten neu verhandeln müssen, eine nach der anderen.  Es gibt viele Bedenken wegen der hohen britischen Studiengebühren, aber die entfallen normalerweise für Studenten, die an Austauschprogrammen teilnehmen.  Ich glaube, dass dies auch weiterhin der Fall sein wird."

Katrien ist eher besorgt über das Verschwinden der Erasmus-Stipendien für Studenten: "Wir brauchen eine echte Alternative.  Andernfalls werden europäische Studenten zögern, sich für einen Studentenaustausch in Großbritannien zu entscheiden und das obschon alle britischen Universitäten entschlossen sind, weiterhin europäische Studenten aufzunehmen. Wir sind besorgt."

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