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Friseure und Kosmetikerinnen häufiger mit COVID-19 infiziert als andere Berufe

Friseure und Kosmetikerinnen infizierten sich im Herbst auffallend häufiger mit dem Coronavirus als Menschen mit anderen Berufen. Das geht aus einem Gutachten hervor, auf das sich die belgische Rregierung bei ihrer Entscheidung stützt, den Sektor noch nicht wieder zu öffnen.

Das Gutachten, dass die Zeitung ‚Het Laatste Nieuws‘ einsehen konnte, beruft sich auf Zahlen des belgischen Landesamtes für Soziale Sicherheit (LSS), aus denen hervorgeht, dass Friseure und Kosmetikerinnen auffallend häufiger infiziert wurden als andere Berufsgruppen. In der Woche vom 19. Oktober lag die Infektionsrate bei den Kosmetikerinnen zum Beispiel um 70 Prozent höher als der Durchschnitt aller Branchen.

Außerdem sind Friseurläden und Schönheitssalons oft ein Ort, an dem sich infizierte Personen in den Tagen vor ihrem positiven Test aufgehalten haben. Dies ist sicherlich der Fall bei den über Sechzigjährigen. Das belegen Zahlen Corona-Kontakt-Tracings.

Das Gutachten Bericht identifiziert auch spezifische Risiken, denen dieser Sektor ausgesetzt ist: Zum Beispiel Haartrockner, die die Viruspartikel leichter verbreiten können. Oder die Tatsache, dass das Tragen eines Mundschutzes nicht bei jeder Tätigkeit möglich ist, z. B. bei einem Barber oder einem Maskenbildner. Auch die Tatsache, dass Menschen in einem Friseur- oder Schönheitssalon oft lange zusammensitzen, stellt ein größeres Risiko dar. "Das sind Berufe, bei denen man dem Kopf eines anderen Menschen sehr nahe kommt. Und dann ist natürlich auch das Risiko, Viren zu übertragen, höher", sagt der Virologe Marc Van Ranst, der das Gutachten mitverfasst hat.

Ludovic Beckers von der Belgian Beauty Federation, dem Verband u.a. der Friseure und Kosmetiker, ist mit dem Gutachten nicht zufrieden. "Man kann Zahlen präsentieren, die man will. Es gibt viele Orte, an denen Infektionen stattfinden. Denken Sie an Schulen, Fußball, Einkaufszentren. Wenn wir die untersuchen würden, bin ich mir sicher, dass die Infektionsrate viel höher wäre als bei uns. Im Moment machen sie unsere Berufssparte wirklich kaputt. Die Art und Weise, wie sie unsere Branche an den Pranger gestellt haben, ist unsäglich."

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