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Die ersten Belgier sind gegen Corona geimpft worden

Gegen 11 Uhr am Montagvormittag wurden die ersten Belgier gegen das Coronavirus Covid-19 geimpft. Die Impfdosen kamen aus der Universitätsklinik Löwen (UZ Leuven) und wurden kurz davor an einige ausgesuchte Pflege- und Seniorenwohnheime ausgeliefert. Unter den Augen der Medien wurde als allererster Belgier Jos Hermand (96) im Pflegewohnheim Sint-Pieter in Puurs-Sint-Amands (Prov. Antwerpen) geimpft.

Der Flame Jos Hermans wurde mit dem Impfstoff von Pfizer/BioNTech geimpft (Video oben und Fotos unten). "Lass mal kommen", erwiederte er auf die Frage, ob er bereit für die Spritze sei... Hermans reagierte sehr erfreut und deftig auf seine Impfung: "Das ist, als hätte ein Engelchen auf meine Zunge gepinkelt... Ich fühle mich 30 Jahre jünger!" Vor einigen Tagen hatte Jos noch angekündigt, 100 Jahre lang leben zu wollen "und keinen Tag weniger!" 

Nach ihm wurden über 80 weitere Bewohner des Pflegewohnheims Sint-Pieter in Puurs geimpft. Übrigens, es ist kein Zufall, dass in Flandern für die ersten Corona-Impfungen ausgerechnet ein Wohnheim aus Puurs ausgewählt worden ist. Pfizer produziert in seinem Werk in Puurs gerade sein mit BioNTech entwickeltes Anti-Corona-Vakzin... 

Auch Impfungen in Wallonien und Brüssel

In Wallonien war die 102 Jahre alte Josepha Delamotte aus dem Wohnheim La Bonne Maison de Bouzanton in Mons (Prov. Hennegau) an der Reihe und in der Brüsseler Hauptstadt-Region wurde eine Bewohnerin des Pflegewohnheims Notre Dame de Stockel in Sint-Pieters-Woluwe ausgewählt. Hier wurde der Name der betroffenen Person aus Privacy-Gründen allerdings zunächst nicht veröffentlicht. Doch im Laufe des Tages wurde bekannt, dass es sich dabei um die 101 Jahre alte Nonne, Schwester Lucie Danjou handelte (Fotos weiter unten). 

Der Impfstoff von Pfizer/BioNTech erfordert zwei Impfungen. Rund 21 Tage nach der ersten Spritze soll die zweite Injektion erfolgen. Am Samstagvormittag wurde eine Lieferung von 9.750 Impfdosen zur Löwener Uniklinik gebracht, die seit Sonntag vorsichtig abgetaut wurden. Etwa 500 Dosen sind Senioren- und Pflegewohnheimen vorbehalten. 

Dieser Montag, der 28. Dezember, ist der symbolische Stichtag für den Beginn der Corona-Impfkampagne in Belgien. Definitiv beginnt die belgische Impfaktion ab dem 5. Januar 2021, wie die hiesige Impfstrategie vorsieht. 

Nur eine Pfizer/BioNTech-Dosis?

Derzeit suchen Fachgremien in unserem Land nach Möglichkeiten, schneller als bisher vorgesehen zu können. Eine dieser Möglichkeiten könnte sein, vorerst auf die zweite Pfizer/BioNTech-Dosis zu verzichten, doch davor warnen Impfexperten, während dies einige Mediziner aber analysieren wollen.  Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) sagte dazu am Montagmittag gegenüber VRT NWS, dass er überprüfen lasse, ob eine eventuelle Anpassung der Impfstrategie mit nur einer Pfizer/BioNTech-Dosis medizinisch in Erwägung zu ziehen sein kann. 

Doch er wolle eine solche Entscheidung nur auf europäischer Ebene treffen: "Wenn wir einen solchen Schritt für medizinisch verantwortbar erachten, muss das auf EU-Ebene noch lange nicht so sein." Vandenbroucke pocht also auf eine  gemeinsame europäische Entscheidung in dieser Frage. Und neben der juristischen Frage müsse dieser Sachverhalt auch juristisch abgesichert werden, so der flämische Sozialdemokrat. 

Die belgische Bundesregierung und die hiesigen Gesundheitsbehörden teilen übrigens mit, dass von Erleichterungen in Sachen Corona-Vorschriften für gegen das Virus geimpfte Personen erst einmal keine Rede sein könne...

Kristof Vadino
Kristof Vadino
Kristof Vadino
Jasper Jacobs/Belga
Josepha Delamotte (102) im Wohnheim La Bonne Maison de Bouzanton in Mons/Wallonie
Schwester Lucie Danjou (101) im Wohnheim Notre Dame de Stockel in Sint-Pieters-Woluwe/Brüssel
Radio 2

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