Belgien bekämpft Menstruationsarmut mit 200.000 Euro: Jede achte junge Frau betroffen

Am Dienstag kündigte die für Armutsbekämpfung und soziale Integration zuständige Ministerin Karine Lalieux (PS, Foto unten ) an, sie stelle dem flämischen und französischsprachigen Frauenrat insgesamt 200.000 Euro zur Bekämpfung der sogenannten Menstruationsarmut zur Verfügung. Eine kürzlich von Caritas Vlaanderen durchgeführte Umfrage ergab, dass in Flandern jede achte junge Frau nicht immer genug Geld hat, um sich Binden oder Tampons zu kaufen.

Der Preis dieser Hygieneartikeln kann in der Tat ein Hindernis für die einkommensschwächsten Frauen darstellen, trotz der Reduzierung der Mehrwertsteuer auf diese Produkte. Bei den Frauen, für die Binden, Tampons und andere Schutzmittel fast gleichbedeutend mit "Luxus" sind, sprechen wir von Menstruationsarmut.

Dies "führt zu einer diskriminierenden sozialen Ungerechtigkeit für diese Frauen und Mädchen mit schwerwiegenden Folgen wie Schulabbruch, Fehlzeiten am Arbeitsplatz oder gesundheitliche Probleme", so Ministerin Lalieux' Büro am Dienstag. "Eine Frau sollte nicht zwischen der Ernährung ihrer Kinder und dem Kauf von Hygieneschutz wählen müssen. Menstruationsarmut muss kollektiv bekämpft werden. Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit und Gleichheit", erklärte Lalieux ebenfalls via Twitter.

Dieses Thema will die Ministerin frontal angehen. "Eine Frau wird im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 500 Mal menstruieren. Davon ist die Hälfte der Bevölkerung betroffen, und wir wissen, dass Frauen auch am stärksten vom Armutsrisiko betroffen sind", erklärte sie.

Die am Dienstag bekannt gegebenen Zuschüsse – jeweils 100.000 Euro - für die Kuppeln der beiden Frauenverbände ermöglichen die Finanzierung von Aktionen vor Ort, insbesondere zur genauen Ermittlung der lokalen Bedürfnisse, zur Sensibilisierung und Prävention sowie zur Bereitstellung von Hygieneschutz dort, wo die Bedürfnisse besonders groß sind. 

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