Niemand weiß, welche flämischen Streckenabschnittskontrollen wirklich funktionieren

Neunzehn neue Streckenabschnittskontrollen werden nächstes Jahr auf regionalen Straßen in ganz Flandern in Betrieb genommen.  Der Begriff Abschnittskontrolle bezeichnet ein System zur Überwachung von Tempolimits im Straßenverkehr, bei dem nicht die Geschwindigkeit an einem bestimmten Punkt gemessen wird, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine längere Strecke. Hierzulande wird diese Methode Trajekt-Kontrolle genannt.  Es hat sich jedoch herausgestellt, dass aufgrund eines Softwareproblems bei der Polizei alle neuen Streckenabschnittskontrollen, die nach 2018 zum Einsatz gekommen sind, nicht unbedingt korrekt funktionieren.

Die flämische Mobilitätsministerin Lydia Peeters (von der liberalen OpenVLD) hofft, dass die neuen Streckenabschnittskontrollen den Verkehr auf Strecken verlangsamen, auf denen Geschwindigkeitsübertretungen schon seit einiger Zeit ein Problem darstellen.  Lokale Polizeizonen und Behörden wurden zu den Standorten der neuen Systeme befragt, für die eine Investition von 4,4 Millionen Euro vorgesehen ist.  

Alle neuen Systeme sollen im Laufe des Jahres 2021 in Betrieb genommen werden.  Die örtliche Polizei wird ein Mitspracherecht bei der Wahl des genauen Standorts der Kameras haben.

"Geschwindigkeit bleibt ein Killer.  Wir wollen den Fahrstil der Menschen ändern. Geschwindigkeitsübertretungen treten häufig auf Hauptverkehrsstraßen auf.  Deshalb werden diese gezielt überwacht", sagte Ministerin Peeters.

Passende Software fehlt seit 2018

Die Mobilitätsministerin stellt klar, dass Flandern die Hardware, also die Kameras, liefert und für die Software aber auf die föderalen belgischen Behörden angewiesen ist.  Sie räumt ein, dass dieser Prozess nicht immer reibungslos abläuft.

Geschwindigkeit bleibt ein Killer. Wir wollen den Fahrstil der Menschen ändern.
Lydia Peeters, flämische Mobilitätsministerin (OpenVLD)

Die flämische Straßenbehörde schickt die Daten der Streckenabschnittskontrollen an die Verarbeitungszentren der belgischen Bundespolizei.  Die muss die Daten auslesen und Bußgelder verschicken. Aber die flämische Agentur hat keine Ahnung, wie viele der seit 2018 installierten Abschnittskontrollen wirklich in Betrieb sind. 

Die föderalen Behörden sollten ein neues Softwarepaket für die Polizei anschaffen, damit diese die Daten auslesen kann, aber in echter belgischer Tradition ist das noch immer nicht geschehen. Frau Peeters hat deshalb um eine dringende Unterredung mit der neuen Innenministerin gebeten, die am 6. Januar geplant ist.

BELGA/MAETERLINCK

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