Welche Corona-Varianten bedrohen uns in welchem Maße? Belgien investiert in die gezielte Forschung

Wissenschaftler aus Belgien werden versuchen, die genetische Evolution des Coronavirus zu erfassen. Dies melden die flämischen Tageszeitungen De Tijd und Het Nieuwsblad in ihren Mittwochsausgaben. Um das Virus unter Kontrolle zu bekommen, ist es wichtig zu wissen, welche Mutation in unserem Land vorkommen kann. Das ist auch wichtig für die Suche nach geeigneten Impfstoffen gegen mögliche Varianten. Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) hat einem entsprechenden Projekt grünes Licht gegeben, doch wie es finanziert werden soll, muss noch präzisiert werden.

Bisher wurde der vollständige genetische Code hierzulande bei etwa 0,5 % aller Proben von positiven Corona-Tests entschlüsselt. Bis Mitte Januar 2021 soll diese Zahl auf 2 % gesteigert werden können. Das wären etwa 1.000 Proben pro Woche.

Langfristig sollen zwischen 5 und 10 % aller Proben entschlüsselt werden, um eine relevante Stichprobe zu erhalten bzw. um zu wissen, in welchem Maße eine im Ausland vorkommende Variante auch in Belgien zugegen ist, so der Virologe Piet Maes von der Universität Löwen (KU Leuven).

Projekt läuft, Finanzierung folgt noch…

Das neue Projekt, die verschiedenen Mutationen des Corona-Virus zu analysieren, ist auch eine Reaktion auf das Aufkommen einer weiteren und viel ansteckenderen Corona-Variante in Südengland, im Großraum London und in Südafrika. Dies erfordere eine strukturelle Erfassung dieser und anderer Mutationen in Belgien, verlautet dazu aus dem Bundesgesundheitsministerium.

Es kostet etwa 100 €, um den genetischen Code von positiven Corona-Tests zu analysieren. Wie das entsprechende Projekt aber finanziert wird, ist noch unklar und wird derzeit im Gesundheitsministerium berechnet. Den Start des Projekts behindert dies aber nicht, so Ministeriumssprecher Jan Eyckmans. Derzeit werden positive Corona-Tests in dieser Hinsicht in Labors der Universitätskliniken von Löwen, Lüttich und Antwerpen untersucht. Im Laufe der Zeit sollen solche Untersuchungen in bis zu 20 Labors vorgenommen werden. 

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