Belgien übernimmt ab dem 1. Januar 2021 den Benelux-Vorsitz

Zum Jahreswechsel übernimmt Belgien den Vorsitz über den Benelux-Dreiländerverband. Belgien übernimmt diesen Vorsitz von den Niederlanden. Der 1. Januar 2021 ist der formelle Start dieses Vorsitzes. Konkret übernimmt Belgien dieses Mandat im Rahmen eines Treffens der Außenminister der drei Länder Mitte Januar in Brüssel.

Startschuss für den belgischen Benelux-Vorsitz ist eine Ministerratssitzung der Außenminister Belgiens, der Niederlande und Luxemburg, der Mitte Januar in Brüssel stattfindet. Im Rahmen dieser Sitzung wird Bundesaußenministerin Sophie Wilmès (MR - Foto) das Programm dieses Vorsitzes vorlegen.

Der vor etwas mehr als 60 Jahren zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg unterzeichnete Kooperationsvertrag fußt auf Absprachen, die noch während des Zweiten Weltkriegs getroffen wurden.

Schon 1943 beschlossen die Exilregierungen Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande in London eine engere Zusammenarbeit. Dort wurde noch 1944 die gemeinsame Zollunion vereinbart. Doch es sollte noch bis zum 3. Februar 1958 dauern, bis aus dieser Zollunion eine gemeinsame Wirtschaftsunion werden konnte.

Diese Benelux-Union ist damit 10 Jahre älter als die Europäische Union, die damals noch EWG hieß - Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. Benelux gilt eigentlich als die „Keimzelle“ der EU, denn auf der Zollunion Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs ist das heutige Europa aufgebaut.

Benelux ist auch der Kern des Schengen-Abkommens zur Reisefreiheit ohne Grenzkontrollen, dem 22 EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen und Island angehören. Zudem gilt der Dreiländerverband auch als Ideengeber für den einheitlichen Elektrizitätsmarkt in Europa.

Zunächst war der Benelux-Vertrag auf 50 Jahre ausgelegt, doch 2008 wurde er verlängert. Damit wurde dieser Union auch eine bis heute spürbare neue Dynamik eingehaucht. Dieser Staatenverbund, bzw. die drei Länder der Benelux, sind allesamt sowohl Mitglied der EU, als auch der Eurozone. Wirtschaftlich hat das Ganze im heutigen Kontext kaum noch eine Bedeutung, doch politisch und gesellschaftlich hat die Benelux-Union nach wie vor ein hohes Ansehen. 

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