Corona: Mikrobiologe will mehr Tests für Kinder und verpflichtete Tests für Urlaubsrückkehrer

Herman Goossens (Foto), Mikrobiologe der Antwerpener Universität (UAntwerpen) fordert, dass auch Kinder unter 12 Jahren mehr getestet werden sollen. Dies sagte er gegenüber der Tageszeitung Gazet Van Antwerpen angesichts des bevorstehenden Schulanfangs nach den Weihnachtsferien. Gegenüber VRT NWS forderte Goossens zudem verpflichtete Corona-Tests für alle Belgier, die in diesen Ferien ins Ausland in den Urlaub gefahren sind.

Mikrobiologe Goossens ist der Ansicht, dass die belgischen Gesundheitsbehörden mehr Kinder unter 12 Jahren auf Corona testen sollen. Er ruft vor dem Ende der Schulferien dazu auf, denn die Möglichkeiten seien da: „Die Testkapazität ist vorhanden und bei den Symptomen sieht man bei Kindern keinen Unterschied zwischen einer Corona-Ansteckung oder einer anderen viralen Infektion.“

Schulanfang wichtig

Für Goossens ist es äußerst wichtig, dass die Schulen am Montag (4. Januar 2021) wieder anfangen können, doch das bedeutet für ihn auch, dass Kinder mehr getestet werden sollen als vielleicht bisher: „Wir müssen die Zahl der Ansteckungen gut verfolgen. Bisher gibt es noch keine Hinweise darauf, dass die britische Virusvariante in höherer Zahl bei uns anwesend ist. Man kann aber auch nicht ausschließen, dass diese Variante bei uns doch schon zirkuliert.“

Beunruhigt wegen der britischen Virusvariante

Goossens zeigt sich besorgt darüber, dass diese Mutation in England sehr oft bei jüngeren Altersklassen vorkommt, denn diese könnte sich auch hier sehr schnell verbreiten. Ob aber Kinder oft die Quelle von Ausbrüchen sind, will der Mikrobiologe damit nicht sagen, auch wenn er aus Sicherheitsgründen jetzt mehr Tests in dieser Hinsicht fordert: „Über die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Virus wird noch immer diskutiert. Diese ist meiner Ansicht nach noch immer eher beschränkt. Doch vielleicht täusche ich mich auch hier. Aber wenn sich herausstellt, dass Kinder doch eine größere Rolle dabei spielen, dann müssen wir sie mehr testen und besser beobachten. Denn es ist auf jeden Fall wichtig, dass die Kinder weiter zur Schule gehen können.“

Bisher, so der Antwerpener Mikrobiologe, habe man immer zu lange gewartet, bis man Kinder getestet hat, auch dann, wenn sie Symptome zeigen. Deshalb fordert er heute, dass man Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren systematisch(er) testen sollte.

Reiserückkehrer

Herman Goossens hat auch zu den vielen Landsleute, die sich trotz Warnungen und Abraten von Seiten von Politik, Behörden und Experten dafür entschieden haben, in diesen Ferien in Urlaub zu fahren - zumeist in Länder, die auf der Corona-Karte als „Rote Zonen“, sprich als Corona-Risikoländer geführt werden, eine deutliche Meinung.

Gegenüber VRT NWS sagte der Mikrobiologe am Samstagmorgen: „In den vergangenen Tagen ist sehr hart daran gearbeitet worden, um Testzentren an den Flughäfen von Zaventem und Charleroi, aber auch an den Bahnhöfen Brüssel Süd/Midi, Antwerpen-Zentral und Lüttich-Guillemins einzurichten. Wir müssen absolut dafür sorgen, dass wir die britische Virusvariante so weit wie möglich abhalten. Das ist zu wichtig für unsere Volksgesundheit.“

Per Gesetz?

Also sollte man zur Not Corona-Tests bei der Rückkehr verpflichten, wie das auch mit der Quarantäne gemacht wird: „Dann muss man das einfach gesetzlich regeln. Das ist eine gesellschaftliche Verantwortung.“ Das Problem dabei ist, dass laut belgischem Gesetz eine Quarantäne verpflichtend auferlegt werden kann. Das betrifft aber nicht den Bereich Corona-Tests (und schon gar nicht eine Impfpflicht). 

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