Nicolas Maeterlinck

Testzentren in Bahnhöfen und Flughäfen: Tausende Reisende haben sich testen lassen

Am Samstag konnte das neue Corona-Testzentrum im internationalen Bahnhof Brüssel-Süd/Midi in Betrieb genommen werden. Das Zentrum wird vom Roten Kreuz verwaltet. Schon am ersten Tag ließen sich dort rund 300 Personen testen. Jeder Reisende, der aus einer sogenannten „Roten Zone“ nach Belgien einreist - Urlaubsrückkehrer oder Ausländer und der sich dort mehr als 48 Stunden lang aufgehalten hat, muss sich seit dem 1. Januar testen lassen und in Quarantäne begeben. Tests werden auch an den Flughäfen durchgeführt. Inzwischen lassen sich tausende Urlaubsrückkehrer dort testen. Nur die Kontrolle von Urlaubern, die mit dem eigenen Wagen unterwegs sind, weist Lücken auf. 

Die Einreise-Auflagen der belgischen Behörden verlangen, dass sich Reisende in diesem Fall für die Dauer von 7 Tagen in Quarantäne begeben müssen. Dabei muss ein Test am 1. Tag und am 7. Tag durchgeführt werden. Deshalb wurde auch ein Testzentrum im internationalen Brüsseler Bahnhof eingerichtet, damit dieser erste Test quasi schon bei der Ein- oder Rückreise abgenommen werden kann. Täglich können hier bis zu 840 Covid-19-Tests durchgeführt werden. 

In Brüssel-Süd/Midi kommen die Eurostar-Züge aus London an, sowie TGV- und Thalys-Züge aus Frankreich, internationale ICs aus den Niederlanden sowie der ICE aus Deutschland. Die Nightjet-Nachtzüge aus Wien sind in der Corona-Krise ausgesetzt worden. Auch in den Bahnhöfen Antwerpen-Zentral (Züge aus den Niederlanden) und Lüttich-Guillemins (Züge aus Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden) wurden solche Testzentren eingerichtet.

Tests in den Flughäfen

Inzwischen laufen die Tests für ankommende Reisende am Brussels Airport in Zaventem nach anfänglichen organisatorischen Schwierigkeiten am Samstagvormittag nach Plan. Hier wurde die Testkapazität gehörig ausgebaut und lange Warteschlangen bilden sich nicht mehr. 

Am internationalen Charterflughafen von Charleroi hingegen gab es seit dem Jahreswechsel einige Probleme. Einige Reisende konnten nach ihrem Einreisecheck den Flughafen ohne weiteres und ohne Aufforderung zum Corona-Test verlassen, wie verschiedene Medien in Belgien meldeten.  Inzwischen arbeitet das Corona-Testzentrum dort aber ebenfalls nach Vorschrift, wie die VRT-Mittagsnachrichten am Sonntag melden konnten. Dort können pro Tag bis zu 750 ankommende Reisende getestet werden. 

Am Sonntagabend landeten kurz hintereinander gleich mehrere Flugzeuge in Zaventem. Das führte zu langen Warteschlangen und zu etwas Gedränge in den Gängen vor den Schaltern zur Anmeldung für die Corona-Tests. Dies führte zu Kritik, doch alle wartenden Reisenden verhielten sich vorbildlich und trugen vorschriftsmäßig ihre Mundmasken (Foto ganz unten).

Zehntausende Urlaubsrückkehrer lassen sich testen

An diesem letzten Wochenende der Weihnachtsferien kehrten zwischen 37.000 und 40.000 belgische Urlauber aus Ländern zurück, die als rote Corona-Zonen gekennzeichnet sind. Die meisten von ihnen haben vorschriftsmäßig ihr sogenanntes „Passenger Locator Form“ ausgefüllt, das den hiesigen Behörden Informationen über den Aufenthaltsort, die Dauer des Aufenthaltsorts und die Anzahl der Mitreisenden bieten muss.

Mangelhafte Kontrolle von Urlaubern im Auto  

An den Flughäfen und in den internationalen Bahnhöfen des Landes ist die Kontrolle der Reiserückkehrer kaum ein Problem, doch Urlauber, die mit dem eigenen Wagen oder dem Wohnmobil unterwegs sind, können nicht unbedingt aller ausfindig gemacht werden. Offenbar wird etwa jedes dritte Straßenfahrzeug kontrolliert, das über die Grenze nach Belgien hineinfährt.

Das ist vielen zu wenig, u.a. dem Virologen Marc Van Ranst von der Universität Löwen (KU Leuven): „Wenn sie sich testen lassen und in Quarantäne begeben, reicht das. Doch einige Leute tun das nicht und das ist gefährlich. Das zeugt nicht von bürgerlicher Verantwortung. Auf den Straßen könnten mehr Kontrollen sein als nur ein Auto alle 10 Minuten.“ 

Rückreise und Kontrollen in Zahlen

Am Wochenende sind rund 40.000 belgische Urlauber ins Land zurückgekehrt. Etwa 37.000 davon kamen aus einer sogenannten „Roten Zone“ zurückgekehrt. Die allermeisten von ihnen haben sich mit ihrer Passenger Locator Form (PLF) registriert und damit einen Termin für einen Test bekommen, der sie per Code über das Mobiltelefon erreichte. Fast alle Flugreisenden konnten erfasst werden.

An den Bahnhöfen und an der Grenze auf den Autobahnen sind aber möglicherweise Urlauber zurückgekehrt, die nicht erfasst wurden oder werden konnten. Wie viele das waren, ist unbekannt. Wer dennoch identifiziert werden kann, dem droht ein Bußgeld und der muss sein PLF nachträglich ausfüllen.

Die belgische Polizei hat nach eigenen Angaben seit dem 26. Dezember rund 35.000 Reisende kontrolliert und zwar in Bahnhöfen und Flughäfen sowie bei Fahrzeugkontrollen. Nur wenige Dutzend der kontrollierten Urlaubsrückkehrer waren mit ihrer verpflichteten Registrierung nicht in Ordnung.  

Zur Erinnerung

Belgien erlässt strengere Regeln für Landsleute, die aus dem Urlaub zurückkehren. Wer aus einer sogenannten „Roten Zone“ zurück nach Belgien kommt, der muss sich testen lassen und sich für 7 Tage in Quarantäne begeben, wenn er sich dort länger als 48 Stunden aufgehalten hat. Tests müssen am 1. sowie am 7. Quarantänetag durchgeführt werden.

Belgiens Regierung und die Gesundheitsbehörden sind aufgeschreckt worden, weil doch mindestens 100.000 Belgier trotz Corona-Warnungen und Empfehlungen in die Ferien gefahren sind. Angesichts einer ansteckenderen Corona-Virusvariante in Großbritannien sind die Behörden hierzulande sehr besorgt. 

Sonntagabend am Brussels Airport: Lange Wartschlangen und Gedränge vor der Anmeldung zum Corona-Test

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