Fast 50.000 Unterschriften gegen "Tempo 30" in der Brüsseler Hauptstadt-Region

Eine Petition gegen das allgemeine Tempolimit von 30 km/h, das seit dem 1. Januar 2021 in der gesamten Region Brüssel-Hauptstadt gilt, konnte bereits rund 48.000 bis 49.000 Unterschriften zusammenbringen. Dies meldet die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ am Montag auf ihrer Webseite. 

Seit dem Jahreswechsel gilt in der Brüsseler Hauptstadt-Region ein allgemeines Tempolimit von 30 km/h. Nur an bestimmten Stellen gelten Ausnahmen. Das kann in Wohngebieten auch mal nur 20 km/h sein und auf den großen Achsen ist zumeist Tempo 50 zugelassen - die Richtgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften in Belgien. Bisher galt Tempo 30 auf etwa 60 % des Brüsseler Straßennetzes, doch seit dem 1. Januar betrifft dies 85 % der Hauptstadtstraßen.

Das neue allgemeine Tempolimit löste allerdings, wie zu erwarten war, auch Widerstand aus. Eine Online-Petition wurde bereits fast 50.000 Mal unterzeichnet. BRUZZ zitiert den Aufruf dieser Petition im Internet: „Das ist keine Lösung und wird Brüssel, wo der öffentliche Nahverkehr nicht effizient ist, nur noch mehr lahmlegen. (…) Nein zu Brux Hell!!“ Man solle alle Raser bestrafen und nicht alle Bürger, heißt es weiter in dem Aufruf.

Verkehrssicherheit und bessere Lebensqualität

Unter dem Logo „Stadt 30“ wird dieses Tempolimit vor allem eingeführt, um die Verkehrssicherheit in der belgischen Hauptstadt zu erhöhen. Brüssel führt an, dass in einigen anderen Metropolen, in denen ähnlich vorgegangen wird, die Zahl der Unfälle und die der Unfallopfer deutlich zurückgegangen ist. Brüssel wird regelmäßig von schweren Unfällen erschreckt, bei denen Fußgänger und Radfahrer ums Leben kommen, darunter auch Kinder. Die Unfallverursacher sind sehr oft Raser und Autonarren. Fahrerflucht ist leider dabei an der Tagesordnung.

Doch nicht nur die Verkehrssicherheit spielt bei dem Tempolimit auf 30 km/h eine Rolle, sondern auch der Lärmschutz, das Bemühen um bessere Luft und eine Steigerung der Lebensqualität. Und nicht zuletzt ist die Kritik am öffentlichen Nahverkehr in Brüssel nicht unbedingt gerechtfertigt. Zahlreiche Verkehrsbetriebe sorgen allerorten in der Region und darüber hinaus für Busse und Bahnen (die regionale MIVB/STIB, die belgische Bahn NMBS/SNCB, die flämische De Lijn und die wallonische TEC…).

Marie-Sol Sebrechts Gillain
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