Quarantänepflicht auch für Kinder: Schulen wollen wissen, wer in Urlaub gefahren ist

An diesem ersten Schultag nach den Weihnachtsferien im neuen Jahr wollen sich die Schulen in Flandern darüber informieren, welche Familien bzw. welche Kinder im Urlaub im Ausland gewesen sind. Betroffene Schulkinder werden entweder nach Hause geschickt oder sollen gar nicht erst zum Unterricht kommen. Auch für sie gilt in diesem Fall eine von der belgischen Bundesregierung beschlossene Quarantänepflicht auch und gerade wenn sie ihren Urlaub in einem Land verbracht haben, das als Corona-Risikogebiet, sprich als „Rote Zone“ gilt.

Belgien hat zwischen Weihnachten und Neujahr strengere Regeln für Landsleute erlassen, die aus dem Urlaub zurückkehren. Wer aus einer sogenannten „Roten Zone“ zurück nach Belgien kommt, der muss sich testen lassen und sich für 7 Tage in Quarantäne begeben, wenn er sich dort länger als 48 Stunden aufgehalten hat. Tests müssen am 1. sowie am 7. Quarantänetag durchgeführt werden. Diese Quarantänepflicht gilt auch für Schulkinder.

Im Sint-Michiels-College in Brasschaat in der Provinz Antwerpen will Direktorin Petra Vertenten wissen, wer wo auf Reisen gewesen ist: „Wir wollen sie darauf hinweisen, dass dann eine Quarantänepflicht von 7 Tagen gilt und dass die Kinder erst danach und mit einem negativen Corona-Test wieder zur Schule kommen dürfen.“ Kinder in Quarantäne erhalten digitalen Fernunterricht oder sie bekommen ihren Unterrichtsstoff zugesandt. 

Wir weisen die Schüler darauf hin, dass eine Quarantänepflicht von 7 Tagen gilt und dass die Kinder erst danach und mit einem negativen Corona-Test wieder zur Schule kommen dürfen.“

Petra Vertenten, Direktorin des Sint-Michiels-College in Brasschaat

In den Mittelschulen des flämischen Gemeinschafts-Unterrichts (GO!) in Ypern (Westflandern) werden die Lehrpersonen bei den Schülern die Frage stellen, wer eventuell in Urlaub gefahren ist. Hier werden die betreffenden Schüler nach Hause geschickt, um ihre Quarantäne abzusitzen. Dabei werden auch sie digital unterrichtet.

Im RHIZO Lyzeum in Kortrijk in Westflandern hingegen setzt die Schulverwaltung auf die Eigenverantwortung der Eltern. Hier werden die Schulkinder nicht in der Klasse oder in der Schule nach eventuellen Urlaubsreisen befragt. 

Direktorin Franceska Verhenne will keine Rundfragen in den Klassen: „Wir haben die Eltern schon vor den Weihnachtsferien dazu aufgerufen, sich bei uns zu melden, wenn sie in ein Land, das eine ‚Rote Zone‘ ist, in Urlaub gefahren sind. Wir rechnen also mit dem Verantwortungsbewusstsein und mit dem Bürgersinn der Eltern. Das funktioniert, denn am Wochenende haben sich fünf Eltern bei uns gemeldet und mitgeteilt, dass ihr Sohn oder ihre Tochter zuhause bleiben wird.“

Wir rechnen mit dem Verantwortungsbewusstsein und mit dem Bürgersinn der Eltern.“

Franceska Verhenne, Direktorin des RHIZO Lyzeums in Kortrijk

Alles in allem blieben aber nur wenige Schulkinder am Monat dem Unterricht fern, weil sie in Quarantäne nach einer Auslandsreise mit der Familie gehen müssen. Und nur sehr wenig Schüler mussten am Morgen aus eben diesem Grunde nach Hause geschickt werden, teilten die verschiedenen Schulträger in Flandern nach einigen Stichproben mit. Aber, ab und zu müssen Schulen auch eine Woche lang auf die eine oder andere Lehrperson verzichten… 

Belgiens Regierung und die Gesundheitsbehörden waren aufgeschreckt worden, weil mindestens 100.000 Belgier trotz Corona-Warnungen und Empfehlungen in die Ferien gefahren sind. Angesichts einer ansteckenderen Corona-Virusvariante in Großbritannien sind die Behörden hierzulande sehr besorgt.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten