Warum wird in Belgien so langsam gegen Corona geimpft?

Während im Ausland bereits massenhaft Menschen gegen das Coronavirus Covid-19 geimpft worden sind, läuft die Impfkampagne in Belgien eher träge an. Das frustriert viele Zeitgenossen. Doch die belgischen Impfspezialisten setzen auf Sicherheit und wollen aus den im Ausland gemachten Fehlern lernen.

Belgien verfügt derzeit über rund 87.000 Impfdosen von Pfizer/BioNTech, doch hier sind nur rund 700 Bewohner und Mitarbeiter von Pflege- und Seniorenwohnheimen geimpft worden. Mit diesen ersten Geimpften rundeten die belgischen Gesundheitsbehörden ihre Testphase ab, um am Dienstag (5. Januar) ihre bis Ende des Monats laufende Impfkampagne im gesamten Pflege- und Seniorenbereich durchzurühren (z.B. in den 820 entsprechenden Einrichtungen in Flandern). Nach den Bewohnern solcher Einrichtungen ist das Pflege- und Gesundheitspersonal an der Reihe. 

Doch warum dauert das alles so lange, lautet die Kritik zahlloser Bürger in Belgien? Impfspezialist Pierre Van Damme von der Antwerpener Universität (UAntwerpen), der auch zur belgischen Impf-Taskforce gehört, gibt an, man wolle sich eines jeden Schrittes sicher sein. In einigen anderen Länder seien Fehler aufgrund von Fehleinschätzungen gemacht worden und man wolle eben aus diesen Fehlern lernen: „Die Leute müssen Rechnung damit tragen, dass wir mit einem Auge auf Qualität beginnen wollen. Der gesamte Prozess, auftauen und aufbewahren, ist kompliziert und man muss damit umgehen können.“

Dieser Ansicht ist auch Joris Moonens von der flämischen Landesagentur „Pflege & Gesundheit“: „In den ersten 4 Tage geben wir den Krankenhäuser Zeit, um zu starten und um die Verfahren handhaben zu lernen. Wir wollen gerade jetzt keine Fehler machen und kostbare Impfdosen verlieren.“ In einigen Ländern sind Impfdosen aus Unachtsamkeit vernichtet worden und verloren gegangen und andernorts sind zu hohe Dosen geimpft worden, was glücklicherweise eher glimpflich verlaufen ist. An Impfdosen mangelt es in Belgien nicht. Pfizer/BioNTech liefert unserem Land insgesamt 5 Millionen Dosen (gut für 2,5 zweiphasige Impfungen). Bei Moderna hat Belgien 2 Millionen Impfdosen bestellt. Weitere Bestellungen aus Belgien gingen an AstraZeneca: 7.740.000 Dosen, Janssen Pharmaceutica: 5.160.000 Dosen, CureVac: 2.900.000 Dosen. 

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