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Sciensano-Virologe Steven Van Gucht zu den aktuellen Corona-Zahlen: Motivation ist wichtigste Waffe

Der Virologe des belgischen Gesundheitsinstituts Sciensano, Steven Van Gucht, hat die aktuellen Corona-Zahlen auf der Pressekonferenz des Nationalen Krisenzentrums erläutert. Er lobt die rückläufigen Zahlen, bleibt aber realistisch. 

"Wir haben die Weihnachtsfeiertage hervorragend gemeistert. Wir beginnen das neue Jahr mit weniger Infektionen, weniger Krankenhauseinweisungen und weniger Todesfällen als vor den Weihnachtsferien", betonte Steven Van Gucht auf der Pressekonferenz von Sciensano über die Corona-Statistiken.

"Die Zahlen sinken noch geringfügig, was gar nicht selbstverständlich ist, denn in anderen EU-Ländern sind die Zahlen in den Weihnachtsferien weiter gestiegen. Außerdem hat Belgien einen leichteren Lockdown als manche Nachbarländer verhängt. Wir müssen unsere Bemühungen in den kommenden Wochen fortsetzen. Mit dem Schulbeginn nach den Ferien und die Rückkehr an den Arbeitsplatz wird das nicht einfach sein. Die wichtigste Waffe wird unsere Motivation sein." 

In den kommenden Wochen wird die Anzahl Tests zunehmen und damit den Rückgang der neuen Infektionsfälle abbremsen. 

Van Gucht stellt auch fest, dass der Rückgang der Infektionszahlen inzwischen in allen Altersgruppen eingetreten ist. Am stärksten sind die Neuinfektionen bei Kindern unter 10 Jahren (-26 %) gesunken. Mehr als die Hälfte der Corona-Infektionen treten bei 20- bis 60-Jährigen auf, mit einer Spitze bei den 29-Jährigen. 

Die Zahlen sinken in fast allen Provinzen: bis zu –29 % im Hennegau und in Namur. Die höchste Anzahl Neuinfektionen sind nach wie vor in der Provinz Antwerpen zu verzeichnen, gefolgt von Ost- und Westflandern. 

"Wenn sich dieser Trend fortsetzen könnte, was nicht zu erwarten ist, ..."

Wie gut oder wie schlecht die Infektionszahlen sind, hängt von der Anzahl Tests und von Teststrategie ab, bemerkt der Virologe. Nicht so die Zahlen über die Krankenhausaufenthalte: “Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen weiterhin rückläufig ist. In der letzten Woche wurden durchschnittlich 139 Aufnahmen pro Tag registriert. In der Woche vor den Weihnachtsferien wurden pro Tag im Schnitt noch über 180 Patienten aufgenommen. Wenn sich dieser Trend fortsetzen könnte, was nicht zu erwarten ist, könnten wir Anfang Februar weniger als 75 Einlieferungen pro Tag registrieren.” 

Van Gucht sieht auch eine allmähliche Verbesserung in den Wohn- und Pflegeheimen. "In der Woche vom 22. bis 29. Dezember ist die Zahl der Infektionen und größeren Ausbrüche in den Wohn- und Pflegeheimen sowohl in Flandern als auch in der Wallonie und in Brüssel zurückgegangen. 24 % der flämischen Einrichtungen (statt 28 % in der Vorwoche) meldeten mindestens einen Corona-Fall. In Wallonien waren es 20 % im Vergleich zu 23 %, in Brüssel 10 % im Vergleich zu 14 % in der Vorwoche. 9 % der flämischen Seniorenheime hatten einen größeren Ausbruch mit 10 oder mehr Fällen. In der Wallonie waren 7 % und in Brüssel nur 4 % betroffen. Auch die Zahl der Todesfälle in Pflegeheimen ging zurück". 

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