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Wie viele Corona-Impfstoffe gibt es derzeit in Belgien? Wie viele werden  in den kommenden Wochen erwartet?

Auch in Belgien wird Kritik an der "Langsamkeit" beim Ausrollen der Impfkampagne ausgeübt. Aber auch Belgien, muss mit denen über die EU bestellten Impfstoffe und -dosen auskommen. Wie viele sind es genau und werden in den kommenden Wochen und Monaten erwartet? VRT-Journalist Michaël Torfs hat es herausgefunden. 

Wie Deutschland, Luxemburg oder die Niederlande hat auch Belgien den Kauf von Impfstoffen über die Europäische Kommission abgewickelt. Länder, die individuell mit den Pharmafirmen verhandelt haben, sind jetzt besser ausgestattet, haben aber meistens mehr für den ersten verfügbaren Impfstoff (Pfizer-BioNTech) bezahlt. Belgien kann also nicht mit Israel, dem Vereinigten Königreich oder den Vereinigten Staaten verglichen werden.  

Innerhalb Europas werden die gekauften Impfstoffe proportional pro Mitgliedsstaat verteilt: Je mehr Einwohner, desto mehr Impfstoffe pro Lieferung. Über die EU-Kommission hat Belgien die Impfstoffe von AstraZeneca-Oxford, Johnson&Johnson, Pfizer, CureVac und Moderna bestellt.

20 Millionen Dosen bestellt

foto: Radio 2

In Aussicht stehen 20 Millionen Dosen (siehe unten), aber viele Impfstoffe erfordern auch die doppelte Dosis, um den optimalen Schutz zu bieten. Vorläufig weicht Belgien nicht von seiner Strategie ab und wird auch weiterhin mit den im Abstand von wenigen Wochen verabreichten zwei Dosen arbeiten.  

Folgende Impfstoffe und Impfdosen hat Belgien bestellt: 

  • AstraZeneca: 7,74 Millionen (2 Dosen erforderlich)
  • Johnson&Johnson: 5,16 Millionen (1 Dosis) 
  • Pfizer: 5 Millionen (2 Dosen) 
  • Curevac: 2,9 Millionen (2 Dosen) 
  • Moderna: 2 Millionen (2 Dosen) 

Insgesamt sind das 22,8 Millionen Dosen. Damit könnten fast 14 Millionen Menschen geimpft werden. 

Wie viele Corona-Impfstoffdosen sind bereits geliefert worden?

Nicht jeder Hersteller liefert sofort. Belgien hängt auch von dem Produktionstempo der Pharmafirmen und dann von der Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) ab. Sind diese Genehmigung erteilt, bleibt abzuwarten, wann konkrete Lieferungen erfolgen und wie viele Dosen in einer ersten Phase verfügbar sind. 

Bei einer ersten Lieferung hat Belgien 5.000 Impfdosen von Pfizer erhalten. Inzwischen liefert Pfizer 87.500 Dosen seines Impfstoffs pro Woche. Im Februar würde diese Zahl auf 100.000 pro Woche ansteigen.  

Für Januar verfügen die belgischen Gesundheitsbehörden also über etwa 300.000 Dosen mit denen etwa 150.000 Menschen (zwei Dosen erforderlich) geimpft werden könnten (knapp 1,5 Prozent der Bevölkerung.  

Wie schnell wird geimpft?

Nicolas Maeterlinck

Bereits 700 Belgier haben ihre erste Impfung mit dem Pfizer-Impfstoff erhalten, weniger als 0,01 Prozent der belgischen Bevölkerung. In der laufenden Woche werden weitere 23.000 Belgier geimpft: 6.600 in Flandern, 12.000 in der Wallonie und 4.000 in Brüssel. 

Das ist weniger, als an Impfdosen verfügbar sind, selbst wenn man berücksichtigt, dass die Hälfte für eine zweite Impfung in den nächsten Wochen beiseitegelegt wird. Es sind genug Impfdosen vorrätig, um etwa 45.000 Spritzen in dieser Woche zu geben.  

Aber, so unterstreicht Dirk Ramaekers von der Task Force Impfungen, wir sollten uns nicht von dieser Zahl blenden lassen. Alles wird sich in den kommenden Wochen enorm beschleunigen, sodass der Vorrat, den wir "übrighaben", wahrscheinlich schnell aufgebraucht sein wird. 

Bekommt Moderna-Impstoff die zweite Zulassung von Europa?

Nach Pfizer wird der Impfstoff von Moderna voraussichtlich als zweiter von der europäischen Arzneimittelagentur EMA zugelassen. Diese Genehmigung wird im Laufe dieser Woche erwartet. Aber erst Ende Januar könnte feststehen, wie viele Dosen tatsächlich mit einer ersten Lieferung eintreffen. 

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