BELGA

Antwerpener Hafenzoll wird nach 65 Tonnen beschlagnahmtem Kokain in 2020 verstärkt

Im Laufe des vergangenen Jahres wurden im Hafen von Antwerpen 65,481 Tonnen Kokain entdeckt und beschlagnahmt - ein absoluter Rekord. Jetzt investiert die belgische Bundesregierung in mehr Schlagkraft gegen den Drogenschmuggel in diesem Hafen und verstärkt unter anderem dort den Zoll, wie Bundesfinanzminister Vincent Van Peteghem (CD&V) angibt.

„Der Kampf gegen den internationalen Handel mit Kokain und anderen Drogen ist schon seit Jahren eine Priorität unseres Zolls. Innerhalb von 8 Jahren hat sich die Menge des in Antwerpen beschlagnahmten Kokains verzehnfacht. 

Letztes Jahr wurde der größte Kokainfund überhaupt in nur einem Container gemacht: 11;5 Tonnen. Daneben wurden vergangenes Jahr auch 14,5 Tonnen Haschisch, 446 Kilogramm Heroin, 336 Kilogramm Marihuana und 7,7 Tonnen anderer Substanzen im Antwerpener Hafen beschlagnahmt“, so Finanzminister Van Peteghem.

Scanner sollen helfen

Die Zollbehörden stellen fest, dass die Drogenbanden ihre Methoden in den letzten Jahren angepasst haben und dass sie ebenfalls auf moderne Technik setzen. Mehr und mehr Drogen wurden 2020 z.B. in normal deklarierten Lieferungen und in der Infrastruktur, die ein Container bietet, versteckt. Aus diesem Grunde schaffen die Behörden neue und mobile Scanner an, mit denen der Zoll direkt in den Terminals arbeiten kann.

Zudem werden neue Datenbanken angelegt, in denen auch die Resultate von Scanner-Einsätzen gespeichert werden sollen. Weitere Unterstützung soll die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) bietet, mit deren Hilfe z.B. verdächtige Ladungen in Containern aufgespürt werden sollen. Inzwischen wurden auf den 5 wichtigsten Terminals im Antwerpener Hafen feste Scanner angebracht: PSA MPET, DP World, PSA Noordzeeterminal und Belgian New Fruit Wharf.

Zielgerichtete Kontrollen

Mit diesen zusätzlichen Mitteln kann der Zoll mehr Container scannen und zielgerichtet vor Ort selbst überprüfen. Nach Angaben von Finanzminister Van Peteghem sind die tragbaren Scanner bereits ausgeliefert worden und erst im Dezember seien zwei größere Scanner auf Rollgestellen bestellt worden. In Kürze soll die notwendige KI-Infrastruktur und die dazu gehörende Software ausgeschrieben werden.

Van Peteghem will zudem die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Drogenfahndung ausbauen, z.B. auf bilateralem Wege mit den Ländern, wo die Drogen eingeschifft werden aber auch über das Container Control Program des United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC), mit dem intensiver kooperiert werden soll. 

Containerterminal im Antwerpener Hafen

Meist gelesen auf VRT Nachrichten