Vizepremier De Sutter verteidigt Impfstrategien in Belgien und der EU - Auch unser Land bekommt Moderna-Impfstoff

Vizepremierministerin Petra De Sutter (Groen - Foto) hat die Impfpolitik im eigenen Land und in der EU verteidigt. Die flämische Grüne - Ministerin für staatliche Unternehmen und Verwaltung - weist die Kritik an den Impfstrategien zurück: „Europa hat zu verschiedenen Impfstoffen verhandelt und ist vorsichtig und behutsam an die Arbeit gegangen.“ Die frühere EU-Abgeordnete reagierte damit auf den Impfvorsprung in Israel, den USA und Großbritannien. Die Meldung, dass die EMA dem Vakzin von Moderna grünes Licht erteilt, könnte auch in Belgien für eine Beschleunigung der Impfkampagnen sorgen. 

Laut Vizepremier De Sutter bedeutet die belgische und die europäische Vorsicht in dieser Frage auch, dass alle notwendigen Verfahren korrekt eingehalten werden konnten. Gegenüber der VRT-Magazinsendung „Terzake“ („Zur Sache“) sagte sie am Dienstagabend: „Noch vor drei Monaten zeigten sich viele unsicher und kritisierten, dass man ein sicheres Vakzin nicht in weniger als einem Jahr entwickeln könne. Großbritannien nahm einen Shortcut und beschleunigte das Verfahren. Damit wurde dort ein Risiko eingegangen.“ 

Inzwischen sind fast 2 Milliarden Dosen für 450 Millionen Europäer bestellt worden. Wir gehen davon aus, dass das für alle Mitgliedsstaaten ausreichen wird.“

Vizepremier Petra De Sutter

Ihrer Ansicht nach reichen die bestellten Impfdosen in der Europäischen Union aus: „Inzwischen sind fast 2 Milliarden Dosen für 450 Millionen Europäer bestellt worden. Wir gehen davon aus, dass das für alle Mitgliedsstaaten ausreichen wird.“ 

"Die Reihenfolge ist die richtige Wahl"

Vizepremier De Sutter ist auch deutlich der Ansicht, dass die Entscheidung der belgischen Bundesregierung, zuerst die Bewohner von Pflegeeinrichtungen zu impfen und danach das Pflege- und Gesundheitspersonal, richtig ist: „Die Reihenfolge ist die richtige Wahl.“ De Sutter, von Haus aus Medizinerin, gab dazu weiter an, dass die Überlegung, das erste und bisher einzige in der EU zugelassene Vakzin von Pfizer/BioNTech bei den Senioren anzuwenden, richtig sei.

Logistisch nicht einfach

Dieses unterdrücke die Symptome und verhindere schwere Erkrankungen und Sterbefälle, auch wenn noch nicht sicher sei, ob es auch die Übertragung des Virus verhindere: „Letzteres wäre sehr interessant bei jungen und gesunden Leuten.“

Dass die Impfkampagne in Belgien eher langsam starte, habe auch damit zu tun, dass der Impfstoff von Pfizer/BioNTech bei -70°C aufbewahrt und transportiert werden müsse. Dies habe es unmöglich gemacht, umfassend in Impfzentren zu impfen und es sei dadurch auch logistisch unmöglich, Impfaktionen über Hausärzte laufen zu lassen.

Bald schnelleres Impfen in Belgien? 

Inzwischen versuchen Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (SP.A) und Flanderns Landesgesundheitsminister Wouter Beke (CD&V) die Impfaktionen in den Pflege- und Gesundheitseinrichtungen zu beschleunigen. Noch immer rufen Mediziner und Experten dazu auf, so schnell wie möglich - am besten gleichzeitig mit den Pflegeheimbewohnern - auch das Pflege- und Gesundheitspersonal zu impfen.

Inzwischen werden überall im Land Senioren und andere Bewohner von Pflegeeinrichtungen geimpft. Die ersten Aktionen fanden einmal mehr unter den Augen der Medien statt, wie unser Video unten zeigt. Hier wurde im westflämischen Kortrijk die 93 Jahre alte Gerarda Barzeele als erste Seniorin ihrer Provinz geimpft.

(Lesen Sie bitte unter dem Video weiter)

Laden Video-Player ...

Beschleunigt Moderna die Impfkampagne in Belgien?

Vielleicht ergeben sich ja schnellere Impfmöglichkeiten für andere Risikogruppen, da die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) am Mittwoch der EU-Kommission empfohlen hat, auch der Nutzung des Corona-Impfstoff des US-Unternehmens Moderna zuzustimmen.

Belgien hat in einer ersten Phase 2 Millionen Dosen des Moderna-Vakzins bestellt und die ersten 20.000 Dosen sollen noch in diesem Monat erfolgen, wie die belgische Bundesagentur für Medikamente und Gesundheitsprodukte (FAGG) mitteilt. Dieser Impfstoff benötigt, wie auch der von Pfizer/BioNTech zwei Impfungen. Dieses Mittel kann bei Personen über 18 Jahre angewendet werden.

AFP or licensors
AFP or licensors

Meist gelesen auf VRT Nachrichten